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30.04.2017 - 06:54
Foto: APA/Robert Jäger, APA/Helmut Fohringer, APA/Herbert Neubauer

Junge Grüne zündeln nach Partei- Rausschmiss weiter

07.04.2017, 05:59

Noch keine zwei Wochen ist es her, dass sich die Grünen von der eigenen Parteijugend getrennt haben , nachdem diese der grünen Studentenorganisation GRAS die Unterstützung verweigert und den Rücktritt von Parteichefin Eva Glawischnig gefordert hatte. Jetzt geht der Streit in die nächste Runde. Im Ring stehen diesmal: die Chefin der Jungen Grünen, Flora Petrik, und der EU- Abgeordnete Michel Reimon, der Parteichefin Glawischnig unterstützt. Sidekick der ganzen Aufregung ist übrigens eine Wiener Stadtzeitung ...

Während Reimon für den öffentlich ausgetragenen Konflikt mit den Jungen Grünen vom "Falter" zum "Dolm der Woche" ernannt wurde, geht die Stadtzeitung auch mit der rebellischen Parteijugend hart ins Gericht. Zumindest sieht das Flora Petrik so und spricht auf Facebook von "Zitaten, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden", "Verschwörungstheorien" und "Dirty Campaigning".

Ihr eigentlicher Kontrahent ist aber Michel Reimon, den die Chefin der Jungen Grünen auch direkt anspricht. Reimon hatte zuvor auf Facebook wiederholt Stellung für Glawischnig und gegen die Jungen Grünen bezogen. So postete er am Donnerstagvormittag, er habe gegenüber Journalisten das Gerücht dementieren müssen, Glawischnig würde noch am Donnerstag den Parteivorsitz an den früheren Wahlkampfmanager von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Lothar Lockl, übergeben.

"Uns wurde angekündigt, Eva schwer zu beschädigen"

"Uns wurde angekündigt, Eva schwer zu beschädigen, wenn wir bei der Konkurrenzkandidatur an den Universitäten nicht einlenken. Das begann mit der Rücktrittsaufforderung vor zwei Wochen und geht seitdem weiter", schreibt der EU- Abgeordnete der Grünen auf Facebook mit Bezug auf die Attacken der Jungen Grünen. Dabei habe man "die Spitzenkandidatin erfolgreich beschädigt, um Druck für interne Macht- und Karrierespielchen zu machen".

Petrik erwiderte darauf, es sei ihr nie um Parteiposten gegangen: "Ich mache mir keine Sorgen darum, was aus mir wird, denn mein Ziel war es nie, etwas in der Partei zu werden. Ich gehe wie in den letzten Wochen auch in meine Uni- Seminare und muss auch weiter nebenbei arbeiten."

"Parteifunktionäre ängstlich und paranoid"

Sie sei allerdings "überrascht, wie ängstlich und teilweise sogar paranoid einige Funktionär_innen der Partei sind, weil es für sie anscheinend unvorstellbar ist, dass es einem großen Jugendverband nicht um Posten geht, sondern um politische Inhalte, um ernsthafte Debatten und darum, möglichst viele Menschen zu involvieren und zu begeistern".

Zuvor hatten die Jungen Grünen in einer Aussendung vom Mittwoch auf ihre Leitanträge vergangener Bundeskongresse verwiesen, in denen bereits geschildert werde, "wie kaputt das österreichische Parteiensystem" sei. Den Zustand der Grünen und die "Ängstlichkeit des Partei- Apparats" habe man unterschätzt.

Foto: APA/ROBERT JAEGER

Tritt Glawischnig tatsächlich zurück?

Wie schwer dieser Konflikt die Grünen tatsächlich trifft, lässt sich bis jetzt wohl nicht abschätzen. Nach der offiziellen Erklärung aus ihrem Büro, Glawischnig sage "aufgrund eines akuten schweren allergischen Schocks"  sämtliche Termine bis auf Weiteres ab, wird heftig über einen bevorstehenden Abgang der Parteichefin spekuliert . Ein Mitarbeiter aus der Parteizentrale in Wien berichtet, es herrsche "depressive Ratlosigkeit". Man wisse nicht, wie es weitergehe.

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