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22.07.2017 - 10:44
Foto: APA/ROBERT JAEGER

Führungslose Grüne versinken in Ratlosigkeit

06.04.2017, 16:55

Gespenstische Stimmung bei den Grünen. Nach der offiziellen Erklärung aus ihrem Büro, Eva Glawischnig sage "aufgrund eines akuten schweren allergischen Schocks" sämtliche Termine bis auf Weiteres ab, wird in verschiedenen Medien heftig über einen bevorstehenden Abgang der Parteichefin spekuliert.

Recherchen über die weitere Zukunft der Grünen und ihrer Führung gestalten sich ungewöhnlich schwierig. Spitzenfunktionäre erteilen Auskünfte nur unter Zusicherung "strengster Anonymität". Die Hinweise dazu reichen von "Die Partei wird derzeit von einem kleinen Zirkel grauer Männer geführt" bis zu "Eva Glawischnig wird sich schon bald wieder offensiv in der Öffentlichkeit zeigen".

Eva Glawischnig mit Werner Kogler (li.) und Peter Pilz am 29. März im Parlament
Foto: EXPA Pictures/EXPA/Michael Gruber

Ein Mitarbeiter aus der Parteizentrale in Wien berichtet, es herrsche "depressive Ratlosigkeit". Man wisse nicht, wie es weitergehe. Halböffentlich wahrnehmbar sind lediglich bittere Kommentare eines grünen EU- Abgeordneten, der auf Facebook von einem "intensiv gestreuten Gerücht" berichtet, wonach Glawischnig als Parteisprecherin zurücktreten werde. Eine grüne Parlamentsabgeordnete schreibt auf Twitter, dass "Donald Duck nächster Parteichef der Grünen wird". Ernsthafte Nachfolger für Glawischnig haben abgesagt.

Kommentar: Donald Duck als Chef der Grünen
Es ist der vom Führungskader der Grünen geliebte "Standard", der am Donnerstag in großen Lettern den rasanten Niedergang der Grünen ankündigt. Als einen "politischen Schadensfall" bezeichnet der "Standard" die existenzbedrohende Krise der vor mehr als drei Jahrzehnten gegründeten Partei, die nun keiner mehr braucht.

Das von seinem Gründer selbst als Qualitätszeitung bezeichnete Blatt berichtet auch schon von einer bevorstehenden Ablöse der laut offizieller Erklärung erkrankten Parteichefin Eva Glawischnig. Die als Nachfolger Genannten wollen die Führung aber nicht übernehmen. Zu zerstritten sei die Partei, zu gehässig der Ton aus den Leitungsgremien, zu gering die Erfolgsaussichten der Grünen bei den nächsten Wahlen.

Nach der Nachricht von der (bisher erfolglosen) Suche nach einer Glawischnig- Nachfolge reagiert sich eine politisch völlig unauffällige grüne Abgeordnete über den Kurznachrichtendienst Twitter ab: "Ich ruf jetzt beim 'Standard' an und erzähl ihnen, Donald Duck wird nächster Parteichef von den Grünen."

Eigentlich keine schlechte Idee. Donald Duck mag jeder. Bedauerlicherweise steht die berühmteste Ente der Welt für diesen Job nicht zur Verfügung.

Aber ernsthaft: Wer soll eine Partei noch wählen, wenn sich nicht einmal jemand findet, der sie führen kann? Die Grünen haben in den späten 1980er- Jahren ihre Mission erfüllt. Eine neue Aufgabe haben sie nicht mehr gefunden.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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