Nächtlicher Besuch

Verwirrter wollte in Berlusconis Zimmer in Klinik eindringen

Ausland
16.12.2009 15:22
Ein mutmaßlich verwirrter Mann ist in der Nacht auf Mittwoch auf die Etage der Mailänder Klinik San Raffaele (im Bild) eingedrungen, auf der sich das Zimmer des verletzten italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi befindet. Der 26-jährige Turiner wurde um 2.00 Uhr von den Sicherheitskräften aufgehalten, die Berlusconis Zimmer bewachten, teilte die Polizei mit.

Der junge Mann habe offensichtlich psychologische Probleme und befinde sich noch in einer Polizeizentrale. Den Polizisten berichtete er, er habe mit Berlusconi sprechen wollen. Der Mann sei ins Krankenhaus von einem unterirdischen Parkplatz aus eingedrungen, in seinem Auto wurden einige Hockey-Schläger entdeckt.

Berlusconi leidet nach wie vor an Schmerzen
Nach dem Angriff auf den italienischen Ministerpräsidenten am Sonntag ist dieser laut seinem Sprecher Paolo Bonaiuti auch am Mittwoch mit Kopf- und Nackenschmerzen erwacht. Die Schmerzen seien die Folgen der Verletzungen, die er beim Angriff erlitten habe, erklärte Bonaiuti im Interview mit dem TV-Sender Sky. Voraussichtlich muss Berlusconi noch bis Donnerstagnachmittag im Spital bleiben. Die Ärzte der Mailänder San-Raffaele-Klinik drängen ihn außerdem zu einer zweiwöchigen Ruhepause.

Berlusconi erhielt am Dienstagabend einen Telefonanruf von US-Präsident Barack Obama, der den Angriff auf ihn verurteilte und ihm eine baldige Genesung wünschte, berichtete der Sprecher des US-Sicherheitsrats, Mike Hammer. In dem Gespräch dankte Obama Berlusconi für seine Bereitschaft, die Zahl italienischer Soldaten in Afghanistan aufzustocken.

Angreifer bleibt in Haft
Der Mailänder Massimo T., der Berlusconi am Sonntag bei einer Parteiveranstaltung in Mailand angegriffen und verletzt hatte, bleibt in Untersuchungshaft. Eine Mailänder Richterin beschloss die Verlängerung der U-Haft über den 42-jährigen Grafiker und lehnte somit einen Antrag der Rechtsanwälte des Täters auf Überführung ihres Mandanten in eine psychiatrische Anstalt ab.

Die Richterin begründete ihren Beschluss damit, dass der Angreifer seine Tat wiederholen könnte. Massimo T. befindet sich in einem psychiatrischen Arm des Mailänder Gefängnisses San Vittore. Die Richterin beschloss, dass der Täter unter ständiger psychiatrischer Beobachtung bleibe.

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