Unfassbar frech!
Boni der Banker zum Teil höher als Bank-Gewinne
So schüttete etwa Goldman Sachs im vergangenen Jahr Boni im Wert von 4,8 Milliarden Dollar an seine Führungskräfte aus, während sich der Gewinn der Bank auf lediglich 2,3 Milliarden Dollar belief. Die zu den größten Verlierern der Krise zählende Citigroup etwa erhielt 45 Milliarden Dollar an direkten Hilfen, der Staat ist dafür nun mit 34 Prozent der Anteile größter Aktionär der Bank. Doch ausgerechnet sie schüttete 2008 mehr als 5,3 Milliarden Dollar an Boni aus; und das bei einem Jahresverlust von 27,7 Milliarden Dollar. 738 Citi-Banker nahmen jeweils mehr als eine Million Dollar mit nach Hause.
100 Mio. Dollar für ein Jahr Arbeit!
Der wohl drastischste Fall für Obamas neuen Bonus-Beauftragten Kenneth Feinberg: Kaum vorstellbare 100 Millionen Dollar soll der Chef der Energie- und Rohstoff-Handelssparte der Citigroup, Andrew Hall, Berichten zufolge für 2008 bekommen. Das Mega-Gehalt beschäftigt die US-Gemüter seit Tagen. Der bereits früher reichlich entlohnte Star-Händler und Kunstsammler besitzt unter anderem auch das niedersächsische Schloss Derneburg im deutschen Landkreis Hildesheim.
"Praktiken ohne Hand und Fuß"
Trotz der schwierigen Wirtschaftslage sei die Entschädigung von Bankangestellten offenbar von der Leistung der Institute losgelöst, kritisierte Cuomo. Die Belohnungspraktiken hätten weder Hand noch Fuß. "Als die Banken gut abschnitten, bezahlten sie ihre Beschäftigten gut", so Cuomos Behörde. "Und als die Banken miserabel abschnitten, wurden sie vom Steuerzahler gerettet - und die Beschäftigten wurden weiter gut bezahlt." Insgesamt fast 5.000 Banker bekamen jeweils mehr als eine Million Dollar.
"Jede Verbindung zu den Ergebnissen verloren"
"Selbst ein kurzer Blick auf die Zahlen reicht, um zu sehen, dass in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation die Entlohnung der Banker jede Verbindung zu den Ergebnissen ihrer Institute verloren hat", sagte Cuomo. "Es gibt keine klaren Gründe oder Grundlagen, nach denen die Banken vergüten", fügte er hinzu. Das Bonus-System scheint an keine nachvollziehbaren Prinzipien geknüpft worden zu sein."
Welle der Entrüstung
Cuomo hat sich den Kampf gegen missbräuchliche Praktiken an der Wall Street seit Langem demonstrativ auf die Fahnen geschrieben. Sein Amt gilt auch als politisches Sprungbrett. Er ermittelt bei neun Finanzhäusern, die im Oktober vergangenen Jahres insgesamt 125 Milliarden Dollar (88,9 Mrd. Euro) aus Steuergeldern erhielten, um die Finanzkrise zu überstehen. Die Auszahlung von Milliarden Dollar an Prämien für Mitarbeiter defizitärer Institute hatte in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Hitzige politische Debatte
Die politische Debatte um die Vergütungen der Branche läuft in den USA zwar ohnedies bereits auf Hochtouren, Cuomos Bericht dürfte sie laut US-Medien aber noch weiter anheizen. Ein Sonderbeauftragter von US-Präsident Barack Obama soll Bonuszahlungen bei den vom Staat unterstützten Instituten überwachen. Das Abgeordnetenhaus berät Gesetze, die den Aktionären und der Bankenaufsicht mehr Mitsprache bei Boni geben sollen.
Symbolbild







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