Junger Belugawal ahmte menschliche Stimmen nach

23.10.2012, 10:36
Foto: U.S. Navy / Video: U.S. Navy/krone.tv
Von einem Belugawal, der spontan menschliche Stimmen nachgeahmt hat, berichten US- Biologen in der Zeitschrift "Current Biology". Wie die Forscher schreiben, veränderte das Tier dazu die normalerweise sehr viel höheren Töne, die die Säuger für ihre Kommunikation und Ortung verwenden.

Ein Team um Sam Ridgway von der National Marine Mammal Foundation (kurz: NMMF) in San Diego im US- Bundesstaat Kalifornien war bereits vor knapp 30 Jahren auf die ungewöhnlichen Laute des mittlerweile gestorbenen Belugawals (die Tiere werden wegen ihrer Farbe auch als Weißwale bezeichnet) namens "NOC" (Bild) aufmerksam geworden.

"Seine Lautäußerungen klangen oft so, als ob in der Ferne zwei Menschen miteinander reden", so NMMF- Präsident Ridgway. "Diese 'Unterhaltungen' wurden mehrmals gehört, bevor der Wal schließlich als Quelle ausgemacht werden konnte. Wir kamen erst darauf, als ein Taucher die Laute des Tieres mit einer menschlichen Stimme verwechselte, die ihm unter Wasser Anweisungen gab."

Menschlicher Stimme erstaunlich ähnlich

Genauere Untersuchungen zeigten, dass die Geräusche des Wals (Video oben ansehen!) nicht nur in der Tonlage, sondern auch in Dauer und Rhythmus der menschlichen Stimme erstaunlich ähnlich waren. Was überrascht, denn die üblichen Walgeräusche dieser Walart liegen eigentlich um mehrere Oktaven höher. Die Forscher nehmen an, dass die Nähe zum Menschen dazu führte, dass der Säuger die menschliche Stimme zu imitieren versuchte.

Nach rund vier Jahren hörte der Weißwal aber zu "sprechen" auf. "Als NOC älter wurde, waren seine Rede- ähnlichen Laute nicht mehr zu hören", so Ridgway, dem zufolge es schon früher Berichte von Walen gegeben hat, die scheinbar menschliche Geräusche nachmachten. Dies sei aber die erste Untersuchung, die diese Fähigkeit direkt nachweise, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology" .

AG/wed
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