Sorgen bereitet den Forschern vor allem die Zunahme des saisonalen "dünnen" Eises, das jedes Jahr während der Sommerzeit am Nordpol abschmilzt. Die Studie sei ein weiterer Hinweis auf "anhaltende Veränderungen der arktischen Eisdecke", die als Folge der Erderwärmung gelten.
Volumen der Eismassen schrumpft
„Sogar in Jahren, in denen die Ausdehnung des Eises alles in allem stabil bleibt oder gar leicht zunimmt, schrumpfen Dicke und Volumen der Eismassen weiterhin“, zeigt sich NASA-Experte Ron Kwok besorgt. Die Folge sei, dass das Eis immer "verletzlicher" und immer anfälliger für weiteres Abschmelzen werde.
So habe in den vergangenen Jahren die Eisfläche, die alljährlich im Winter hinzukomme die Verluste durch die saisonale, sommerliche Schmelze nicht mehr wettmachen können. Folge seien immer größere, eisfreie Wasserflächen im Sommer, die mehr Sonnenwärme aufnehmen und dadurch zur weiteren Erwärmung der Ozeane beitragen. So sei allein in den vergangenen vier Jahren die Ausdehnung des Alteises um 1,5 Millionen Quadratkilometer zurückgegangen, was in etwa der Fläche Alaskas entspreche.
Besonderes Kopfzerbrechen bereite die Tatsache, dass sich das Verhältnis von Alteis und saisonalem Eis, das in jedem Sommer wieder wegschmilzt, in den vergangenen Jahren völlig verändert habe: Noch im Jahr 2003 bestanden 62 Prozent der arktischen Eisdecke aus Alteis, 2008 dagegen bestanden 68 Prozent der Eisdecke aus saisonalem Eis.
Eis spielt wichtige Rolle für das Klima
Seit über einem halben Jahrhundert wird eine Abnahme der Meereseisfläche beobachtet und in jüngerer Vergangenheit mit der globalen Erwärmung in Zusammenhang gebracht, denn das Eis der Arktis spilet im globalen Klima eine enorme Rolle: Die Unterschiede zwischen der kalten Luft an den Polen und der warmen Luft am Äquator bestimmen die Luft- und Wasserströmungen und das Wetter.
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