750.000 Kauflustige

Christkind siegt über Finanzkrise

Wien
29.11.2008 19:27
Ein Christkind mit leeren Händen, kaum Päckchen unter dem Christbaum, Geschenke-Ebbe am Heiligen Abend - durch die Finanzkrise rechnen viele Wirtschaftsexperten heuer mit einem besonders tristen Sparefroh-Weihnachten. Doch der erste Einkaufssamstag hat gezeigt: Die Wiener kaufen für ihre Liebsten ein (fast) wie eh und je. 750.000 Kauflustigende nutzten den ersten Einkaufssamstag im Advent zum Besuch einer Shoppingmeile. Auch die Einkaufszentren waren ausgelastet.

"Der erste Einkaufssamstag im Advent ist damit gut angelaufen", erklärte WK-Präsidentin Brigitte Jank. "Die Bevölkerung dürfte durch die beschlossenen Konjunkturpakete und die geplante Steuerreform rasch wieder Vertrauen gefasst haben - und das wirkt sich positiv auf den Konsum aus."

"Positiver Start"
Im vergangenen Jahr seien demnach zwar mehr Passanten in den Einkaufsstraßen gezählt worden, als für heute erwartet würden, "angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage und der allgemeinen Zurückhaltung der Konsumenten ist der heutige Einkaufssamstag aber ein positiver Start in die Schlussphase des Weihnachtsgeschäfts".

Vor allem Papier, Geschenkartikel, Spielwaren und Elektronik waren heute besonders gefragt. Vorerst weniger gut gingen auch heuer wieder Bücher, die laut Wirtschaftskammer vor allem in der Schlussphase vor Weihnachten aufholen.

Laut Jank ist es besonders erfreulich, dass auch einige weniger zentrale Lagen mit der Frequenz zufrieden sind. So führt bezüglich der Zufriedenheit der Unternehmer etwa die Linzer Straße die Liste an, gefolgt von der größten Shopping-Meile Österreichs, der inneren Mariahilfer Straße. Auf Platz drei kam die Landstraßer Hauptstraße zu liegen.

Bus-Konzept ist aufgegangen
Gut angelaufen ist laut Kammer auch das im vergangenen Advent eingeführte Bus-Konzept für Wien, das gemeinsam von der Wirtschaftskammer, der Stadt Wien und dem Wien-Tourismus entwickelt worden ist. Die Bustickets für die ersten drei Advent-Samstage sind bis auf wenige Restplätze ausverkauft. Die Abwicklung, so wurde betont, funktioniert bisher problemlos.

Auch Shopping-Center gut besucht
Auch die Einkaufszentren waren am ersten Einkaufssamstag gut besucht: "Im Donauzentrum ist die Frequenz mit dem Vorjahr vergleichbar", sagte etwa Markus Pichler, Managing-Director von Rodamco-Österreich. In der derzeitigen Situation sei dies als positiv zu werten. Umsatzzahlen gibt es für den heutigen Tag noch nicht, allerdings sei das Geschäft bereits in den vergangenen Tagen gut gelaufen.

"Die Besuchslaune der Leute ist nicht so schlecht", versicherte der DZ-Chef mit Verweis auf die Frequenzzählungen des heutigen Tages. Schon die vergangene Woche sei sehr gut gelaufen, mit einer Frequenz, die sogar über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liege. Er gehe jedenfalls mit einer "gewissen Portion" Optimismus ins Weihnachtsgeschäft, so Pichler, der sich zuversichtlich zeigte, im Donauzentrum insgesamt mit einem "leichten Plus" auszusteigen.

Stadion-Center profitiert von U-Bahn
Deutlich höher dürfte der Zuwachs im Stadion-Center in der Leopoldstadt ausfallen. Am Samstagnachmittag waren bereits mehr als 20 Prozent mehr Menschen gekommen als im Vorjahr, wie Center-Managerin Katharina Kammerer berichtete. Allerdings, so fügte sie hinzu, habe es voriges Jahr noch keinen U-Bahn-Anschluss gegeben. Nun wirke sich die gute Erreichbarkeit aus - allerdings seien auch die Einfahrten in die Garage mehr geworden.

Auch Kammerer betonte, dass vorerst noch keine Zahlen zur Umsatzentwicklung gebe. Unter den beliebtesten Geschenken, so erklärte sie, befinden sich auch heuer wieder Gutscheine: Schon im November seien viel davon verkauft worden.

Lugner City "blattlvoll"
"Wir sind blattlvoll", beschrieb Richard Lugner am Samstagnachmittag die Situation in der Lugner City. Die Frequenz liege sogar leicht über dem Vorjahr. Es gebe aber viele "Schauer", so Lugner. Mehr eingekauft wird in der Lugner-City inzwischen am Abend. Nachdem der Ausdehnung der Öffnungszeiten an Wochentagen auf 21.00 Uhr seien die Abende "wie die Hölle gegangen", so Lugner. Was sich nach Einschätzung der Händler in der Lugner-City heuer häufig unter den Christbäumen finden wird: LCD-Fernseher, Spielkonsolen, Digicams, Fitnessgeräte und Schmuck.

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