Millionen-Coup

Zwei Picasso-Bilder in Paris gestohlen

Ausland
28.02.2007 13:53
Zwei Gemälde von Pablo Picasso im Schätzwert von zusammen 50 Millionen Euro sind aus der Pariser Wohnung einer Enkelin des Jahrhundertkünstlers gestohlen worden. Die Bilder wurden in der Nacht zum Dienstag ohne Anzeichen eines Einbruchs aus der Wohnung von Diana Widmaier-Picasso im 7. Pariser Stadtbezirk entwendet. Die Ermittlungen leitet die auf Banden-Kriminalität spezialisierte Abteilung der Pariser Kripo.

Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch handelt es sich um das mit 60 mal 40 Zentimetern relativ kleine Bild "Maya à la poupée", das Picassos Tochter Maya mit einer Puppe zeigt. Das zweite gestohlene Werk ist ein 170 mal 150 Zentimeter großes Porträt der zweiten und letzten Ehefrau des Malers, Jacqueline. 

Der renommierte Kunsthistoriker und Picasso-Spezialist Prof. Werner Spies bezeichnete die gestohlenen Bilder als "wichtige Werke". Spies war von 1997 bis 2000 Direktor des Nationalmuseums für zeitgenössische Kunst im Centre Pompidou in Paris.

Die Werke von Picasso (1881-1973), einem der größten Maler des 20. Jahrhunderts, erzielen auf dem internationalen Kunstmarkt Höchstpreise. Auf der Liste der zehn teuersten Gemälde der Welt ist der spanische Künstler gleich drei Mal vertreten - an zweiter, dritter und neunter Position. Sein teuerstes Gemälde ist mit einem Schätzwert von 107 Mio. Euro "Junge mit Pfeife". Das Werk "Dora Maar mit Katze" wird auf 86,2 Mio. Euro geschätzt, "Frau mit den verschränkten Armen" ist rund 60,5 Mio. Dollar wert, das wären heute rund 49 Mio. Euro.

Picasso arbeitete wie ein Besessener. Von seiner enormen Produktivität und Kreativität zeugt das künstlerische Erbe, das der 91-Jährige nach seinem Tod 1973 im französischen Mougins hinterließ: Fast 1900 Gemälde, 3200 Keramiken, 7000 Zeichnungen, 1200 Skulpturen und 30 000 Grafiken. Als Höhepunkt von Picassos Ausdruckskraft gilt sein Meisterwerk "Guernica", das er für die Weltausstellung 1937 in Paris schuf.

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