Nach US-Drohung
Syrische Offiziere desertieren in Massen in die Türkei
Washington hatte am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse erklärt, syrische Regierungstruppen hätten im vergangenen Jahr mehrmals Chemiewaffen eingesetzt. Das Weiße Haus will nach dem Übertreten dieser "roten Linie" die Rebellen nun auch militärisch unterstützen.
Nur eineinhalb Tage nach der Ankündigung seien 71 Offiziere desertiert, darunter sechs Generäle und 22 Oberste, sagte ein Vertreter der türkischen Regierung der Nachrichtenagentur AFP. Es sei die größte Massenabsetzung seit Monaten gewesen, hieß es weiter.
Syrien auch Thema bei G8-Gipfel
Wie genau die USA die Opposition stärken wollen, ließ US-Präsident Barack Obama offen. Der syrische Bürgerkrieg wird auch den G8-Gipfel der führenden Industriestaaten am Montag und Dienstag in Nordirland beherrschen. Dabei muss sich Obama gegen russische Kritik wehren.
Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte am Samstag, die Chemiewaffenvorwürfe gegen Assad seien nicht überzeugend, da der Einsatz solcher Waffen für die Regierungstruppen nicht notwendig sei. "Das Regime feiert militärische Erfolge am Boden, wie die Opposition selbst offen zugibt", sagte er. "Was für einen Sinn hat es für das Regime, chemische Waffen zu benutzen, vor allem in so kleiner Menge?"
Assads Luftwaffe bombardiert Vororte von Damaskus
In den Vororten von Damaskus bombardierte die syrische Luftwaffe nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte unterdessen am Samstag Stellungen der Rebellen. Luftangriffe wurden aus den Orten Jubar und Barseh gemeldet. Seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als zwei Jahren wurden 90.000 Menschen getötet, allein in die Türkei flüchteten 400.000 Syrer.







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