Keinen Lohn erhalten

Spanien: Bergleute weigern sich, aus Schacht zu kommen

Ausland
08.09.2010 08:16
Ein höchst ungewöhnlicher Ausstand sorgt derzeit in Spanien für Aufregung: Aus Protest gegen ausbleibende Lohnzahlungen harren 50 Bergarbeiter seit Tagen in ihrer Mine einen halben Kilometer unter der Erde aus. Dass es dort unten keine Heizung gebe, dafür aber 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, sei den Männern egal, erklärte der Führer der Kumpel, Manuel Linares Grela, am Dienstag. Mit der Aktion wollen sie die spanische Regierung aufrütteln.

Die Bergarbeiter hatten sich am vergangenen Donnerstag geweigert, wieder ans Tageslicht zu kommen, nachdem sie bisher für August nicht bezahlt wurden. Seitdem harren sie unter Tage aus. Die Männer fürchten, dass sie auch für September keinen Lohn bekommen werden, oder die Mine im nordspanischen Guardo sogar geschlossen wird.

Energieerzeuger nehmen keine Kohle ab
Die Bergbaugesellschaft Union Minera del Norte (Uminsa) erklärte, sie habe derzeit kein Geld, weil spanische Energieerzeuger nicht genug heimische Kohle abnehmen würden. Die Bergleute wollen von der Regierung erreichen, dass Energieversorger einen garantierten Anteil heimischer Kohle kaufen müssen und nicht nur auf billigere Importkohle zurückgreifen.

Lebensmittel und Bettzeug in den Schacht geschickt
Die Familien der Bergleute erklärten sich mit den Kumpel solidarisch und schickten den Streikenden Lebensmittel, Matratzen und Decken in den Schacht. Die Männer legten sie auf Tische und Transportwagen (linkes Bild), um sie vom feuchten Boden fernzuhalten. Laut einem AFP-Fotografen, der in die Mine hinabgefahren ist, betreut ein Arzt die Kumpel (unteres Bild), falls sie gesundheitliche Probleme bekommen sollten.

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