14 Dollar Gebühr

Reisen in die USA sind ab sofort kostenpflichtig

Ausland
08.09.2010 09:33
Am Mittwoch ist die Einreisegebühr in Höhe von 14 US-Dollar (10,87 Euro) für Reisende in die USA in Kraft getreten. Das bedeutet, dass man künftig dafür zahlen muss, wenn man sich online die ESTA (kurz für "Electronic System for Travel Authorization") genannte und bisher kostenlose Einreiseerlaubnis der USA beschafft. Dies wird mit vier Dollar berechnet, zehn Dollar sollen der Förderung des Tourismus dienen.

Die Gebühr kann ausschließlich mit Kreditkarte entrichtet werden - was bedeutet, dass die Reisenden 72 Stunden vor dem Eintritt in die Vereinigten Staaten den US-Behörden ihre Kreditkartennummer bekannt geben müssen.

Registrierung per Internet
Für Bürger aus 36 Staaten, darunter Österreich, gab es bisher in den USA keine Visapflicht, wenn man nicht länger als 90 Tage in dem Land blieb. Allerdings muss man sich bereits seit Jänner 2009 vor Antritt der Reise per Internet registrieren. 

Nunmehr wälzen die US-Behörden die mit vier Dollar angegebenen Kosten für das ESTA-Registrierungssystem auf die Reisenden ab, die darüber hinaus noch einen Beitrag für "Tourismusförderung" in Höhe von zehn Dollar leisten müssen. Laut der US-Botschaft in Wien müssen die Gebühren mit Kreditkarten (derzeit werden MasterCard, Visa, American Express und Discover akzeptiert) beglichen werden. Die ESTA-Anträge werden erst dann bearbeitet, wenn die Gebühren bezahlt worden sind.

Die 14 Dollar sind jedoch nicht für jede Reise neu zu entrichten: Die ESTA ist "generell bis zu zwei Jahre und für wiederholte Einreise gültig" beziehungsweise bis zum Ablauf des Reisepasses. Wer nicht von der ESTA Gebrauch macht, benötigt ein - teureres und mit mehr bürokratischem Aufwand verbundenes - Visum im Pass. 

Unmut im Europaparlament
Die von den USA verlangte Einreisegebühr sorgt für Unmut im Europaparlament. Als "Schikane für EU-Bürger" hat der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament, Ernst Strasser, die Gebühr kritisiert. Strasser forderte die zuständige EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Dienstag dazu auf, aktiv gegen diese Maßnahme vorzugehen. Die "ungerechtfertigte Gebühr" sei "eine Belastung der transatlantischen Beziehungen".

Der ÖVP-Europaabgeordnete hat dazu gemeinsam mit anderen Europaparlamentariern eine parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission gerichtet. Malmström selbst erklärte in einer Aussendung: "Ich habe mich mehrfach besorgt über diese Gebühr gezeigt, und ich bleibe davon überzeugt, dass diese neuen und nur für Reisende ohne Visa geltende Regelung unvereinbar mit der Verpflichtung der USA zur Erhöhung der transatlantischen Mobilität ist." Weitere Maßnahmen blieb sie jedoch schuldig.

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