Kulturschätze bei Erdbeben in Italien schwer beschädigt

21.05.2012, 14:33
Kulturschätze bei Erdbeben in Italien schwer beschädigt (Bild: AFP/EPA/AP)
Foto: AFP/EPA/AP
Das schwere Erdbeben in Norditalien am Sonntag hat zahlreiche Denkmäler, kulturhistorisch bedeutende Bauten und Kunstwerke schwer in Mitleidenschaft gezogen - auch viele Kilometer vom Epizentrum in der Region Emilia Romagna entfernt. Nach Angaben von Kulturminister Lorenzo Ornaghi betragen die Schäden Dutzende Millionen Euro. Luftaufnahmen der Feuerwehren (siehe Video) machen das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar.

Kulturexperten sind am Montag damit beschäftigt, das genaue Ausmaß festzustellen. "Rund um das Epizentrum ist kein einziges Monument unbeschädigt geblieben", sagte Carla Di Francesco, Direktorin des Denkmalschutzes der Region Emilia Romagna. Nun müssten die Kunstwerke in Sicherheit gebracht werden, die sich in beschädigten Gebäuden befinden.

Zahlreiche Kirchen und Schlösser beschädigt

Besonders betroffen sind Kirchen und Schlösser in den Provinzen Modena, Bologna und Ferrara. In Ferrara, einst Sitz der Herrscherfamilie Este, wurde der "Löwenturm" des Stadtschlosses schwer beschädigt. Auch das Museum Boldini und die Kirche San Carlo wurden in Mitleidenschaft gezogen. Erhebliche Schäden hat das Erdbeben auch in der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Basilika Santa Maria in Vado angerichtet.

Der Palazzo Diamanti, in dem seit Jahren Kunstausstellungen stattfinden, wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Bürgermeister von Ferrara, Tiziano Tagliani, sprach von erheblichen Zerstörungen. "Wir haben noch nicht die komplette Liste der beschädigten Palazzi aufstellen können", sagte Tagliani.

60 Prozent aller Monumente erdbebengefährdet

In Italien sind 60 Prozent aller Monumente und kulturhistorisch bedeutenden Gebäude erdbebengefährdet, wie aus einer Studie des Kulturministeriums hervorgeht. In Gebieten mit hohem Risiko befinden sich mehr als 150.000 historische Bauten. "Italien ist ein einziges riesiges Museum", erklärten Kunstexperten. Es gebe nicht nur erhaltenswerte Kirchen und Paläste, sondern ganze Ortschaften und Städte von besonderem architektonischem Wert.

AG/red
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