Resignierender Fidel
Kubanisches Modell funktioniert laut Castro nicht mehr
Wirtschaftsminister Marino Murillo hatte nach den Aussagen des Präsidenten umgehend betont, es gehe nicht um eine grundlegende Reform des sozialistischen Modells. Der Staat müsse die Kontrolle über die Wirtschaft behalten, zumindest über die wichtigsten Dinge.
Erst vor einem Monat hatte Präsident Raul Castro den Kubanern Lockerungen in Richtung Marktwirtschaft verkündet, um die sieche Wirtschaft anzukurbeln. In einer Rede vor der Nationalversammlung kündigte der Bruder und Nachfolger Fidel Castros an, dass Selbstständige leichter ihr Unternehmen anmelden könnten und dabei auch Arbeitskräfte einstellen dürften.
Mit der Lockerung sollen nach Castros Vorstellungen neue Jobs für etwa eine Millionen Kubaner entstehen, die in den nächsten fünf Jahren ihre Arbeitsplätze in Staatsunternehmen verlieren dürften. Er nannte allerdings keine konkreten Zahlen, wie viele neue Zulassungen für Kleinunternehmer auf den Markt kommen sollten.
Haltung in Raketenkrise von 1962 bedauert
Indes hat Fidel Castro auch seine Haltung während der Raketenkrise von 1962 bedauert, durch die die Welt an den Rand eines Atomkrieges geraten war. Nach allem, was er erlebt habe und heute wisse, "war es das alles nicht wert", sagte Castro in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview im US-Magazin "The Atlantic".
Der 84-Jährige verwies erneut darauf, dass er auch heute die Gefahr eines Atomkrieges sehe, wenn sich die Fronten im Streit um das iranische Atomprogramm verhärten würden. "Menschen glauben, dass sie sich kontrollieren können, aber US-Präsident Barack Obama könnte überreagieren und aus schrittweiser Eskalation könnte ein Atomkrieg werden."
Am 22. Oktober 1962 hatte US-Präsident John F. Kennedy eine Luft-und Seeblockade gegen Kuba verhängt, nachdem die Sowjetunion Atomraketen auf der nur 150 Kilometer vor der Küste Floridas liegenden Insel stationiert hatten. Es folgten Tage höchster Spannungen zwischen den beiden Weltmächten, die auch einen Atomkrieg möglich scheinen ließen. Am 28. Oktober entsprach der sowjetische Präsident Nikita Chruschtschow schließlich der US-Forderung, die Abschussrampen abzubauen und die Raketen aus Kuba abzuziehen.







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