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Elf-Millionen-Räuber klagte über Armut - und fuhr Ferrari

09.11.2009, 13:52
Elf-Millionen-Räuber klagte über Armut - und fuhr Ferrari
Der französische Millionendieb Toni Musulin ist offenbar nur mit einem kleinen Teil seiner Beute getürmt. Die Polizei fand am Montag neun der 11,6 Millionen Euro in Lyon, wie die Justizbehörden mitteilten. Außerdem enthüllten die Ermittler, dass der 39- Jährige vor der Tat offenbar ein bizarres Doppelleben führte. Er klagte über kargen Lohn und lebte bescheiden - besaß aber offenbar heimlich einen Ferrari und hatte 100.000 Euro auf dem Konto.

Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma wird mittlerweile weltweit gesucht, seit er am Donnerstag mit einem Geldtransporter in der südfranzösischen Stadt verschwand (siehe Infobox). Aufgrund seiner Herkunft aus dem ehemaligen Jugoslawien sei der 39- jährige Geldbote möglicherweise in Richtung Osteuropa geflohen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Die 185 Mitgliedstaaten der internationalen Polizeibehörde Interpol seien alarmiert.

Coup offenbar gut vorbereitet

Musulin hatte einen kurzen Halt bei seiner Firma in Lyon am Donnerstag genutzt, um sich mit dem Transporter aus dem Staub zu machen, während seine beiden Kollegen dort Papierkram erledigten. Die Polizei fand den Wagen später leer in einem Vorort von Lyon. Der Geldbote hatte den Millionendiebstahl offenbar gut vorbereitet: Seine Wohnung und seine Konten waren praktisch leergeräumt, selbst den Kühlschrank ließ der alleinstehende Mann leer zurück; seine Papiere nahm er mit.

Er klagte über Armut - und besaß heimlich einen Ferrari

Doch nicht nur der Coup an sich verblüfft die Fahnder. Auch das Doppelleben von Toni Musulin gibt ihnen Rätsel auf. Nach bisherigen Ermittlungen fuhr der Verdächtige stets mit dem Fahrrad zur Arbeit und beklagte sich über seinen Hungerlohn. Doch in der Garage hatte Toni M. einen Ferrari stehen. Auf einem Dutzend Bankkonten lagen außerdem 100.000 Euro verteilt. Alkohol trank er nie. Als er noch verheiratet war, sprang er ab und zu für seine Frau an der Bar eines Portugiesen- Cafés im südostfranzösischen Villeurbanne ein. Wenn er ein Auto brauchte, fuhr er mit einem alten Peugeot 406. Mehr war nicht drin bei 1.700 Euro Gehalt. Toni sei bescheiden und "überhaupt kein Spieler", sagt seine Ex- Frau.

Doppelleben als Unternehmer

Den Ferrari bekamen Tonis Nachbarn nie zu sehen. Der gehörte zu seinem zweiten Leben. In dem war Toni Unternehmer. Er dealte mit Luxusautos und war Miteigner einer Immobiliengesellschaft. Doch diese Geschäfte machte Toni am anderen Ende von Frankreich, zumeist per Internet und Telefon. Schließlich meldete er den Ferrari als gestohlen und plante seinen großen Coup: den ersten Diebstahl eines Geldtransporters durch seinen Fahrer in Frankreich.

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