Atom-Abrüstung

Dmitri Medwedew unterzeichnet START-Abkommen

Ausland
28.01.2011 12:51
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat am Freitag das Gesetz zum START-Abkommen mit den USA über die Abrüstung von Atomwaffen unterzeichnet. Damit schloss er den Ratifizierungsprozess des Vertrages ab, der in dieser Woche bereits vom Parlament verabschiedet worden war.

Das Abkommen sieht unter anderem vor, die Zahl der einsatzbereiten Atomwaffen innerhalb von sieben Jahren um 30 Prozent auf jeweils nicht mehr als 1.550 zu verringern. Die Zahl der Trägersysteme - Raketen, U-Boote und Flugzeuge - soll auf jeweils 800 sinken. Zudem erlaubt der neue START-Vertrag die Wiederaufnahme der gegenseitigen Inspektionen der Atomarsenale, die Ende 2009 unterbrochen wurden.

Der US-Kongress hatte dem im April 2010 geschlossenen Abkommen bereits im Dezember zugestimmt. Für Präsident Barack Obama ist es ein wichtiger außenpolitischer Erfolg und ein zentraler Schritt bei seinem angekündigten Neustart der Beziehungen zwischen beiden Staaten.

Anzahl nuklearer Sprengköpfe immer noch sehr groß
Nach Ansicht von Rüstungsgegnern reichte bisher allein das Arsenal Washingtons und Moskaus aus, um die ganze Welt viele Mal zu zerstören. Die Anzahl der nuklearen Sprengköpfe, die quer über den gesamten Planeten lagern oder in Raketensilos, U-Booten und Luftwaffenstützpunkten auf ihren potenziellen Einsatz warten, sind trotz des neuen Ankommens gewaltig: Einer Schätzung des renommierten "Bulletin of the Atomic Scientists" aus dem Vorjahr zufolge sind derzeit mehr als 23.000 Atomwaffen weltweit auf mehr als 110 Standorte in über 14 Staaten verteilt.

Den Löwenanteil mit rund 96 Prozent bestreiten dabei naturgemäß die nuklearen Supermächte USA und Russland. Neben ihnen besitzen allerdings auch mindestens sieben weitere Nationen Atomwaffen: Großbritannien, China, Frankreich, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel, das sein Nuklearpotenzial jedoch nie offiziell bestätigt hat.

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