Nach Haiti-Beben

Cholera wurde erst von UNO-Soldaten eingeschleppt

Ausland
30.06.2011 09:41
Die Cholera-Epidemie in Haiti vom vergangenen Herbst scheint ihren Ursprung bei nepalesischen Blauhelmsoldaten zu haben. Darauf weisen Untersuchungen hin, deren Resultate nun veröffentlicht wurden. Diese hätten ergeben, dass es eine "exakte Übereinstimmung" zwischen dem Zeitpunkt und dem Ort des ersten Auftretens der Krankheit sowie der Ankunft der nepalesischen Soldaten gebe.

In einer Region in Nepal, aus der die Truppen stammen, gab es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Cholera-Ausbrüche, wie aus dem Bericht von Epidemiologen und Ärzten in der Juli-Ausgabe des Magazins "Emerging Infectious Diseases" hervorgeht.

Die Haitianer hatten schon länger den Verdacht gehegt, dass die Blauhelme die Seuche eingeschleppt haben könnten. Wiederholt war es deswegen auf der Insel zu Unruhen gekommen, die mehrere Menschen das Leben kosteten.

363.000 Menschen hatten sich im Herbst 2010 mit der lebensbedrohlichen Durchfallerkrankung angesteckt, 5.500 Erkrankte starben. Erst kurz zuvor hatte ein verheerendes Erdbeben Hunderttausende Menschen obdachlos gemacht. Auch auf die benachbarte Dominikanische Republik und auf die USA war die tödliche Krankheit später übergesprungen.

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