Wie im Kalten Krieg

Briten befürchten Nuklear-Wettrüsten im Nahen Osten

Ausland
18.02.2012 10:24
Großbritannien hat im Hinblick auf das iranische Atomprogramm vor einem nuklearen Wettrüsten im Nahen Osten gewarnt. Der Iran lasse keinen Zweifel daran, dass er eine Atombombe bauen wolle, sagte der britische Außenminister William Hague (Bild) in einem am Samstag veröffentlichten Interview der Zeitung "The Daily Telegraph". Sollte der Iran aber erst einmal im Besitz von Nuklearwaffen sein, würden auch andere Staaten in der Region nachziehen, vergleichbar mit der Situation im Kalten Krieg.

Im Gegensatz zum Kalten Krieg wäre dann aber kein Gleichgewicht des Schreckens garantiert, weshalb die Gefahr eines Atomkriegs in Nahost ungleich größer wäre. "Dies wäre eine Katastrophe für die internationalen Beziehungen", warnte Hague.

In Israel wurde zuletzt offen über einen Angriff auf die Atomanlagen des Irans diskutiert, was die Sorgen vor einem militärischen Alleingang des jüdischen Staats gegen seinen islamischen Erzfeind vergrößerte. Hague machte deutlich, dass Großbritannien derzeit noch auf Verhandlungen und Sanktionen setze. "Wir favorisieren im Moment nicht die Idee, dass irgendjemand den Iran angreift."

US-Sicherheitsberater in Israel
US-Präsident Barack Obama entsandte unterdessen seinen nationalen Sicherheitsberater Tom Donilon zu Gesprächen nach Israel. Themen des zweitägigen Aufenthalts seien vor allem der Iran und Syrien, teilte das US-Präsidialamt mit. Obama hatte kürzlich erklärt, er glaube noch nicht, dass die israelische Regierung schon eine Entscheidung getroffen habe, wie sie auf die iranische Bedrohung reagieren wolle.

Der Iran hatte zuletzt damit begonnen, Teile seiner umstrittenen Urananreicherung in eine unterirdische Bunkeranlage zu verlegen. Die USA und die Europäische Union verschärften daraufhin ihre Sanktionen gegen die Islamische Republik drastisch und erließen umfangreiche Strafmaßnahmen gegen den Öl- und Finanzsektor des Landes. Zuletzt signalisierte die iranische Regierung in einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ihre Gesprächsbereitschaft, ohne jedoch in die Details zu gehen.

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