Große Worte
Ahmadinejad: “Iran und USA einzige Weltmächte”
Die Zukunft der Welt hänge davon ab, wie diese beiden Mächte miteinander umgingen, sagte Ahmadinejad. Deshalb warteten die meisten Teilnehmer der UN-Vollversammlung vor allem auf zwei Reden, "die des US- und die des iranischen Vertreters".
Die USA seien unbestritten die globale Wirtschaftsmacht, sage Ahmadinejad. Sie seien aber damit gescheitert, das politische Weltgeschehen zu lenken, wie die Konflikte im Irak und Afghanistan zeigten. Der Iran sei im Gegensatz zu den USA dazu in der Lage und erfreue sich zudem dank seiner "Politik des Friedens, der Freundschaft und Gerechtigkeit" weltweiter Anerkennung.
"Atom-Streit nur ein Vorwand"
Den Streit um das iranische Atomprogramm bezeichnete Ahmadinejad als Vorwand. Die USA seien sich wohl bewusst, dass der Iran keine Nuklearwaffen besitze und auch keine anstrebe. Im Westen wird Teheran seit Jahren verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten.
Ahmadinejad hatte dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama mehrfach ein Zweier-Treffen bei der UN-Vollversammlung vorgeschlagen. Washington hat das Angebot dann aber als Propaganda-Trick zurückgewiesen.
IAEO zeigt sich erneut besorgt
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO ist allerdings trotz der beschwichtigenden Töne Ahmadinejads weiterhin über das Atomprogramme des Landes besorgt, ebenso wie über vergleichbare Projekte in Nordkorea und Syrien. IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano beschuldigte den Iran am Montag bei der Eröffnung der Generalkonferenz der Kontrollbehörde in Wien, nicht vollständig mit seinen Kontrolleuren zusammenzuarbeiten. "Mein elementarer Ansatz ist gewesen, dass alle von den Mitgliedstaaten vereinbarten Schutzmaßnahmen und anderen relevanten Verpflichtungen vollständig umgesetzt werden", sagte er.
Für die EU forderte der belgische Gesandte Paul Magnette den Iran auf, auf alle von der internationalen Gemeinschaft vorgebrachten Bedenken zu reagieren und sich mit deren Vertretern zu treffen, "um eine umfassende Beziehung zu etablieren".
Iran-Sanktionen bislang ohne Auswirkungen?
Die Sanktionen, die gegen den Iran verhängt wurden, um eine Zusammenarbeit zu erreichen, zeigen laut Ahmadinejad bislang keine negativen Folgen für das Land. Die Maßnahmen würden ernst genommen, seien aber "nicht effizient", sagte der Präsident am Sonntag in einer Sendung des US-Fernsehsenders ABC News. Der Iran habe sogar "die Sanktionen ins Gegenteil verkehrt und aus ihnen neue Möglichkeiten geschaffen". Somit würden die Strafmaßnahmen zu einer "neuen Ebene des Fortschritts" im Iran führen, versicherte der Staatschef. Die Beschränkungen waren am 9. Juni vom UN-Sicherheitsrat beschlossen worden.
Ihnen zufolge darf der Iran keine schweren Waffen mehr exportieren, Schiffslieferungen in den Iran dürfen für Kontrollen auf offenem Meer gestoppt werden und es soll keine Beteiligungen des Iran mehr an ausländischen Uran-Minen geben.
US-Außenministerin Hillary Clinton sagte dem Sender, sie hoffe auf eine Machtergreifung durch "verantwortungsvolle Führer" im Iran. Sie setze dabei auf Initiativen aus der iranischen Gesellschaft. "Ich hoffe, es wird Anstrengungen geben aus dem Inneren des Irans heraus, durch verantwortungsvolle zivile und religiöse Führer, um die Kontrolle über den Staatsapparat zu übernehmen." Die US-Regierung erhalte zunehmend Berichte aus dem Iran, dass die Menschen mit der Entwicklung nicht zufrieden seien. Selbst Iraner, die zunächst eigentlich mit der islamischen Regierung sympathisiert hätten, würden sich zunehmend abwenden.







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