Nowotny, Fekter:

Österreichs Sparer müssen nicht um ihr Geld zittern

Österreich
11.10.2011 20:52
Die Gefahr, dass erneut eine Finanzkrise ausbricht, nimmt zu - für Sparer in Österreich gebe es allerdings keinen Grund zur Besorgnis. Finanzministerin Maria Fekter bleibt entspannt: "Für Beträge bis 100.000 Euro gilt ohnehin die Staatshaftung, und sollten Banken Geld brauchen, stehen sechs Milliarden Euro bereit." Auch Nationabank-Chef Ewald Nowotny sagt: "Das österreichische Bankensystem ist eines der gesündesten in Europa."

Aus dem vor drei Jahren gesetzlich beschlossenen Bankenpaket im Umfang von 15 Milliarden Euro sind immer noch sechs Milliarden Euro für Eigenkapital-Zuschüsse des Bundes vorhanden. "Das würde auch im Fall der Fälle ausreichen", so Finanzministerin Fekter. Zurzeit sei aber keine einzige heimische Bank um zusätzliches Staatskapital vorstellig geworden.

Nowotny: "Spareinlagen sind sicher"
Unterstützung für ihre pragmatische Sicht der Lage bekommt Fekter von Nationalbank-Gouverneur Nowotny in einem Ö1-Interview. "Die Spareinlagen bei Österreichs Banken sind sicher, das heimische Bankensystem ist eines der gesündesten in Europa, und die Institute sind absolut risikotragfähig." Die Entscheidung der Erste Bank, die Risiken vorsichtshalber radikal auszumisten, begrüßt Nowotny. Es sei keine falsche Strategie, eher mit dem schlechteren Fall zu rechnen als mit dem besseren.

Androsch: "Bank Austria verstaatlichen"
Mit einem unkonventionellen Vorschlag meldet sich indes Ex-Finanzminister Hannes Androsch zu Wort: Der Staat solle die Bank Austria zurückkaufen und dann später privatisieren. Das deshalb, weil die BA-Mutter UniCredit wegen hoher Bestände an italienischen Anleihen an der Börse spottbillig geworden sei. Generell plädiert Androsch für eine Doppelstrategie: Es sollte sowohl gespart als auch wieder "Gas gegeben werden, denn wer nicht sät, der wird auch nicht ernten". Die Politik in Europa habe durch ihr Zögern drei wertvolle Jahre vertan.

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