900-Millionen-Minus

Auch Volksbanken AG fährt heuer Mega-Verlust ein

Österreich
13.10.2011 20:23
Der Verlustmeldung der Erste Group vom Montag ist am Donnerstagabend die nächste Banken-Hiobsbotschaft gefolgt. Weil sich die Schuldenkrise verschärfe und das Wirtschaftsumfeld verschlechtere, erwartet die Volksbanken AG heuer rund 900 Millionen Euro Verlust. Im schlimmsten Fall könne das Manko sogar die Milliardengrenze sprengen. Es werde dadurch aktuell auch keine Rückführung der Staatshilfen - 300 Millionen Euro wären fällig - geben.

Schuld seien primär teure Abschreibungen auf die Rumänien-Tochter, aber auch eine Buchwertberichtigung in der Investkredit - die zusammen 700 Millionen Euro kosten, erklärte die ÖVAG am Donnerstagabend.

Auf Konzernebene werden im laufenden Jahr 2011 voraussichtlich 500 bis 750 Millionen Euro Verlust erwartet. Nicht beziffert sind die Abwertungen von Staatspapieren auf Marktwert. Zum Halbjahr hatte die Bank 155 Millionen Euro Griechenland-Bonds auf den Büchern. Hier hätte man einen mehr als 50-prozentigen "Haircut" schon vorweggenommen.

"Dramatische Entwicklung der Märkte"
Aktuell werde es wegen der "dramatischen Entwicklung der Märkte" und der Debatten um stärkere Kapitalausstattung von Banken keine Rückführung der ersten Tranche von 300 Millionen Euro der Staatshilfe geben, die heuer fällig gewesen wäre. 2009 - in dem Jahr hatte es das erste Mal einen Milliardenverlust gegeben - gab es vom Staat eine Milliarde Euro Partizipationskapital.

Das Finanzministerium versicherte am Donnerstag umgehend, dass der Bund der ÖVAG nötigenfalls wieder unterstützend unter die Arme greifen würde. Von Haftungsübernahmen war in einer Mitteilung des Ministeriums die Rede. Zuvor seien aber die Eigner gefordert. Begrüßt wurde ein im Aufsichtsrat gebilligter Konzernumbau - also eine künftige konzernähnliche Konsolidierung von Volksbanken und ÖVAG.

Spareinlagen "natürlich sicher"
Auf die Frage, ob die ÖVAG neue Staatshilfe brauche, wollte ÖVAG-Chef Gerald Wenzel am Donnerstag nicht antworten. "Was weiter ist, darüber will ich nicht spekulieren." Er sei jedenfalls mit höchstem Engagement und Herzblut bei der Sache - nach einem Rücktritt sieht es also nicht aus. Aufsichtsratschef Hans Hofinger assistierte: "Ich hoffe sehr, dass er weitermacht." Dass die Spareinlagen der Volksbanken sicher seien, daran bestehe nicht im Mindesten ein Zweifel. "Keine Frage, sie sind natürlich sicher."

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