Ein Spinnenexperte konnte ein konserviertes Exemplar der "Roll- Spinne" bereits als Männchen der Gattung Cebrennus zuordnen. "Ob es sich tatsächlich um eine neue Art handelt, kann man zweifelsfrei erst nach der Untersuchung eines weiblichen Tieres der gleichen Art feststellen", erläutert Rechenberg.
Zum Glück konnte der Forscher in aufwendiger Suche ein zweites Exemplar fangen - nach einer mühsamen Verfolgungsjagd: Jedesmal wenn er sie schon fast zu haben glaubte, faltete die Spinne ihre Beine zu einem Rad und rollte einfach schnurstracks davon. Schlussendlich konnte er sie dann doch lebendig nach Deutschland bringen. Es ist jedoch noch unklar, ob es ein Weibchen ist.
Rechenberg, der als Bioniker reibungsarme Oberflächen entwickelt und dafür unter anderem schlüpfrige Echsen im Dünensand studierte, findet vor allem die Fortbewegungsart der nachtaktiven Spinne inspirierend: "Auf einem geeigneten Untergrund ist Rollen deutlich energiesparender als Laufen", sagt der Ingenieur. Und er hofft nun auf Inspiration für ein Vehikel, das sich sowohl laufend als auch fahrend fortbewegen kann. "So ein System zu entwickeln, wäre zum Beispiel für eine Marsmission interessant."
Nach seinen anstrengenden Wanderungen in der Wüste ist für Rechenberg schnell zu erklären, warum das Tier vermutlich bislang unentdeckt blieb: "Wer rennt schon nachts um 3 Uhr mit einem Handscheinwerfer durch die Sahara?" Ob die Spinne künftig als Cebrennus rechenbergii an ihren Entdecker erinnert, bleibt noch abzuwarten.