Erlerntes Verhalten

Kulturelle Prägung ist schuld an Spinnenphobie

Wissen
14.11.2008 12:06
Spinnen erregen viel mehr Angst als andere, vergleichsweise viel gefährlichere Insekten. Das zeigt ein Experiment an der Universität Würzburg. "Das Risiko wird bei Spinnen total überschätzt", sagt Studienleiter Georg W. Alpers . "Bei wirklich gefährlichen Tieren wie Bienen und Wespen, auf deren Gift viele Menschen allergisch reagieren, zeigen die Menschen weitaus weniger Ekel und Angst."
Für das Experiment legte das Forschungsteam Studenten Fotos von Spinnen, Wespen, Bienen, Käfer, Schmetterlingen und Motten vor. Sie wurden befragt, wie sehr sie sich vor den Insekten fürchten oder ekeln und für wie gefährlich sie diese halten. In allen Kategorien gingen die Spinnenfotos als klarer Sieger hervor. Sie verursachten mit Abstand am meisten Angst und Ekel, auch hielt man sie für gefährlicher. Um Ekel- und Angstgefühle entstehen zu lassen, genügt schon ein Bild einer Spinne. "Ein Furchtnetzwerk wird angestoßen und der Mensch beginnt, zu assoziieren", so Alpers. Um die Angst auszulösen, genüge daher bereits ein Reden über Spinnen oder das Wissen, dass eine Spinne im Raum ist.


Tatsächlich gibt es in Mitteleuropa kaum für den Menschen gefährliche Spinnen. "Das Gift richtet sich gegen die Beutetiere der Spinne, die in der Regel Fliegen und Mücken sind", erklärt Alpers. Einiges spreche dafür, als Grund der Spinnenangst die kulturelle Prägung durch die Gesellschaft anzunehmen. Durchschnittlich jede dritte Frau und jeder sechste Mann hat wissenschaftlichen Studien zufolge Angst vor Spinnen.
(pte)
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