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Doppeldecker rast bei Flugschau in Bayern ins Publikum

05.09.2010, 17:46
Doppeldecker rast bei Flugschau in Bayern ins Publikum
Bei einer Flugschau im bayrischen Schnaittach- Lillinghof ist es am Sonntagnachmittag zu einem Flugzeugunglück gekommen. Ein Kunstflug- Doppeldecker raste beim Start ins Publikum. Eine Zuschauerin wurde bei dem Unfall getötet, 38 Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben der bayrischen Polizei- Einsatzzentrale war der Doppeldecker beim Starten mit zwei weiteren baugleichen Flugzeugen zu einem Formationsflug nach rechts ausgebrochen und direkt in die Zuschauermenge gerast.

"Es sieht so aus, dass die Maschine noch gar nicht richtig abgehoben hatte", schilderte ein Beamter in der Einsatzzentrale. "Der Pilot hatte anscheinend die Kontrolle über sein Flugzeug verloren."

Im Publikum wurde eine Frau von einem Propeller der Maschine derart schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb. Von den rund 20 verletzten Zuschauern, die zum Großteil auf Heurigenbänken saßen, als das Flugzeug Richtung Publikum heranraste, seien fünf schwer verletzt worden. Der Pilot des Unglücksflugzeuges blieb unversehrt, erlitt aber einen schweren Schock.

"Auf einmal hatten wir den Propeller vor uns"

"Wir waren gerade beim Kaffeetrinken, als auf einmal Tische und Bänke durch die Luft flogen - und auf einmal hatten wir den Propeller der Maschine vor uns", berichtete ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur dpa. Die Maschine sei nur 20 Meter vor dem Kontrollturm zum Stehen gekommen und dann auf die Nase gekippt.

Warum das Flugzeug beim Starten plötzlich nach rechts ausbrach, ist noch unklar. Mehrere Augenzeugen berichteten übereinstimmend, die Maschine habe anscheinend nicht ausreichend Tempo gehabt, um abzuheben. Noch lange Zeit später war das havarierte Flugzeug von Neugierigen umringt. Daneben erinnerten noch herumstehende Bierbänke und ein Bierschankwagen an den Volksfestcharakter der Flugschau auf dem Segelflughafen 25 km nordöstlich von Nürnberg.

Dichtes Programm an Kunststücken

Die Doppeldecker - Original- Oldtimer vom Typ Tigermoth - waren bei dem vom Segelklub Lauf veranstalteten Flugtag eine der Hauptattraktionen. Zum Programm hatten auch Segelkunstflug, Fallschirmformationssprünge sowie Rundflüge mit Hubschraubern gehört. Die Veranstalter selbst lehnten Angaben zu dem Unglück zunächst ab und verwiesen auf die Polizei.

Laut den "Nürnberger Nachrichten" war die Veranstaltung von 2.000 bis 3.000 Zuschauern besucht. Die Flugschau wurde nach dem Unglück abgebrochen, das Gelände nach der Räumung gesperrt.

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