Mi, 13. Dezember 2017

Abgasaffäre

22.06.2017 20:31

USA lassen weltweit nach VW-Mitarbeitern fahnden

In der VW-Abgasaffäre lassen die USA über Interpol weltweit nach früheren Mitarbeitern des Autokonzerns fahnden. Betroffen sind nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR fünf Ex-Manager und Entwickler von Volkswagen. Darunter seien auch zwei Vertraute des früheren Vorstandschefs Martin Winterkorn, hieß es.

Den Gesuchten werden dem Bericht zufolge Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen. Es werde nicht damit gerechnet, dass Deutschland die früheren VW-Mitarbeiter ausliefert. Allerdings könnten die Gesuchten die Bundesrepublik faktisch nicht mehr verlassen, da sie in einem anderen Staat womöglich festgenommen und in die USA überstellt würden.

Ermittlungen gegen 40 Personen
In der Abgasaffäre bei Volkswagen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Laut "SZ", NDR und WDR sind rund 40 ehemalige und derzeitige Beschäftigte des Konzerns betroffen, darunter die fünf von den USA Gesuchten. Volkswagen hatte im September 2015 Abgas-Manipulationen bei weltweit elf Millionen Dieselautos zugegeben.

Im Kreise der Verteidiger der rund 40 deutschen Beschuldigten werde die weltweite Fahndung der USA als "neue Eskalationsstufe" bezeichnet, heißt es in dem Bericht. Die US-Behörden machten damit deutlich, dass sie nach Straf- und Schadenersatzzahlungen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar den Fall nicht zu den Akten legen wollten.

Winterkorn muss in Braunschweig mit Anklage rechnen
Zu den fünf von den USA Gesuchten zählt dem Bericht zufolge auch Bernd Gottweis, der als Leiter des Ausschusses für Produktsicherheit fungiert habe. Er kooperiere mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig und habe Winterkorn schwer belastet. Der Ex-Vorstandschef habe Mitte 2015 von manipulierten Schadstoffmessungen bei Diesel-Fahrzeugen in den USA erfahren, aber weder die Öffentlichkeit noch die eigenen Aktionäre informiert. Aus Anwaltskreisen der deutschen VW-Beschuldigten heiße es, Winterkorn müsse in Braunschweig mit einer Anklage rechnen.

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Redaktion
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