Do, 23. November 2017

Schulden als Motiv

13.05.2017 14:26

Geiselnahme war keine spontane Verzweiflungstat

Zur unblutig beendeten Geiselnahme bei einem Banküberfall in Tirol vom Freitag hat die Polizei am Samstag neue Erkenntnisse bekannt gegeben. So hatte der 28-jährige Täter bereits in seiner Wohnung den Taxilenker als Geisel genommen, erklärte der Leiter des Landeskriminalamtes Walter Pupp. Die Tat war demnach mit Sicherheit keine spontane Verzweiflungstat.

Dagegen sprach unter anderem, dass der 28-jährige Tiroler in seiner Wohnung in Kirchdorf eine angebliche Sprengstoffweste präpariert hatte. Unter dem Vorwand eines Umzugs hatte er den ihm bekannten Taxifahrer in seine Wohnung bestellt und ihn genötigt, die Weste überzuziehen. Er würde jetzt eine Bank überfallen, er sei seine Geisel und solle ihn fahren, habe er dem 32 Jahre alten Taxler eröffnet.

Verdachtsmomente gegen geisel nicht erhärtet
Nachdem die beiden in der Bank in Erpfendorf waren und die Angestellte die Bank umgehend verlassen konnte, musste der Taxifahrer die Polizei anrufen und diese über die Geiselsituation informieren, berichtete Pupp über die Ergebnisse der Ermittlungen. Anfängliche Verdachtsmomente gegen die Geisel, weil der Taxifahrer nach erstem Anschein eher "bereitwillig" mitgespielt habe, hätten sich durch die Einvernahmen als falsch erwiesen, sagte Pupp.

Video: Geiselnahme bei Banküberfall in Tirol

"Wurde von hohen Schulden gequält."
Wie sich herausstellte, hatte der Täter neben einer Softgun, die für eine echte Faustfeuerwaffe gehalten worden war, auch mehrere Messer mitgeführt. Glaubhaft sei jedoch, so der Leiter des Landeskriminalamtes, dass er niemandem etwas antun wollte. "Er wurde von hohen Schulden gequält."

Einige Ungereimtheiten noch ungeklärt
Ein höherer Geldbetrag sei bereits in die mitgebrachte Tasche gepackt gewesen. Warum der Mann vorhatte, ausgerechnet nach Freilassung seiner Geisel ein Fluchtfahrzeug zu "bestellen", gehöre noch zu den Ungereimtheiten des Falles, so Pupp weiter.

Die Geiselnahme war nach mehrstündigen Verhandlungen durch speziell geschulte Einsatzkräfte und dem Zugriff der Cobra am Freitagnachmittag unblutig zu Ende gegangen.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden