Das freie Wort

„Wer Augen hat, der sehe!“

Seit 18 Jahren (mit ganz kurzen Unterbrechungen) stellt die ÖVP den Finanzminister. Und jetzt haben wir seit 2025 Markus Marterbauer von der SPÖ. Er hat die Mammutaufgabe übernommen, Österreichs Finanzen wieder ins Lot zu bringen. Das macht er mit großem Engagement, mit Ehrlichkeit und Kompetenz. Es ist nicht leicht, den Scherbenhaufen, den seine Vorgänger hinterlassen haben, aufzuräumen. Er hätte wahrlich Grund, seine Vorgänger anzuprangern: – „Koste es, was es wolle“ hörte man z. B. unter Kurz – katastrophale Budget-Situation, die ihm Magnus Brunner hinterlassen hat. Dieser lächelt wie unbeteiligt in die Kamera. Er wechselte nach Brüssel und hat dort als EU-Kommissar sogar finanziell profitiert. Aber nein: Markus Marterbauer hält eine eineinhalbstündige Budgetrede, die sich sehen lassen kann, und erlaubt sich die kurze Bemerkung „Danke für nichts“. Sofort folgte Kritik der Betroffenen. Aber eleganter hätte man das Budgeterbe nicht beurteilen können. Nicht zufällig ist Markus Marterbauer sehr beliebt. Die Menschen sind nicht dumm. Sie sehen, dass er sich mit Fleiß, Ehrlichkeit und Sachkenntnis an die von seinen Vorgängern geerbte schwierige Aufgabe macht, Österreichs Finanzen zu sanieren. Die große Belastung ist nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Er ist erkrankt. Ich wünsche/wir wünschen ihm vollständige Genesung und dass er neben seinem anstrengenden Job nicht vergisst, auf sich zu schauen! Und die ÖVP sieht’s offensichtlich noch immer nicht. Sie wundert sich über ihre Talfahrt in den aktuellen Rankings. Was für eine fatale Realitätsverweigerung.

Mag. Pia Reimitz, Markt St. Martin

Erschienen am So, 19.7.2026

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