Der Volkswagen-Konzern steht heute dort, wo man mit etwas Weitblick nie hätte landen dürfen. Der Abgasskandal hat VW weltweit bereits über 32 Milliarden Euro gekostet – einer der teuersten Industrieskandale der Geschichte. Doch anstatt aus diesem Schaden zu lernen, steuert der Konzern nun in die nächste Krise. Die überhastete und schlecht geplante Umstellung auf Elektroautos verursacht jedes Jahr 4 bis 6 Milliarden Euro Verlust. Werke wie Zwickau oder Emden laufen nur noch mit 30 bis 40 Prozent Auslastung, während gleichzeitig Milliarden in Modelle fließen, die am Markt kaum Nachfrage finden. Die Konkurrenz aus China überholt VW längst – schneller, günstiger, effizienter. Die Folgen sind dramatisch: VW plant laut aktuellen Berichten die Schließung von vier Werken in Deutschland und den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen weltweit. Das trifft nicht Manager, sondern Familien, Regionen und ganze Berufsgruppen. Und das, obwohl Beschäftigungssicherungen bis 2030 bzw. 2033 versprochen wurden. Man muss sich fragen: Wie konnte ein Konzern, der einst als Symbol deutscher Industrie galt, innerhalb weniger Jahre so viel Vertrauen, Geld und Zukunft verspielen? Dieselgate war teuer – aber die strategischen Fehlentscheidungen danach könnten noch teurer werden. Wenn ein Unternehmen Milliarden für Fehler ausgibt und Milliarden für falsche Zukunftsstrategien verliert, dann ist nicht die Belegschaft das Problem. Dann ist es die Führung.
Aloisia Vanicek, Asparn a.d. Zaya
Erschienen am Di, 30.6.2026
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