Die Diskussionen nach den Grazer Wahlen sind interessant zu beobachten. Teilweise entsteht der Eindruck, dass manche Parteien lieber Bündnisse gegeneinander schmieden würden, als den Wählerwillen zu akzeptieren. In einer Demokratie sollte jedoch das Wahlergebnis respektiert werden, unabhängig davon, welche Partei die meisten Stimmen erhalten hat. Besonders die SPÖ sollte sich meiner Meinung nach wieder auf ihre ursprünglichen Werte besinnen. Einst stand sie für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und die Interessen der arbeitenden Menschen. Viele Bürger haben heute jedoch den Eindruck, dass parteitaktische Machtspiele stärker im Vordergrund stehen als die Anliegen der Bevölkerung. Veränderung beginnt immer an der Spitze. Das bekannte Sprichwort „Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken“ bringt zum Ausdruck, dass Verantwortung vor allem von der Parteiführung übernommen werden muss. Wer Vertrauen zurückgewinnen will, sollte zuerst bei sich selbst ansetzen. Eine demokratische Partei sollte den Dialog mit den Menschen suchen, ihre Sorgen ernst nehmen und den Wählerwillen respektieren. Nur so kann verlorenes Vertrauen wieder aufgebaut werden.
Hans-Peter Hauer, Haid
Erschienen am Di, 30.6.2026
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