Es macht fassungslos, mit welchen Maßstäben in unserer Justiz gemessen wird. Da verpasst ein Polizist im Zuge einer Amtshandlung, in der seine Mutter von einer betrunkenen und aggressiven 16-Jährigen beleidigt wird, dieser eine Ohrfeige. Das Ende vom Lied: Er muss im Zuge einer Diversion saftige 5000 Euro blechen, damit das Verfahren eingestellt wird. Hat man sich im Wiener „Landl“ eigentlich nur eine Sekunde lang gefragt, wie sich unsere Ordnungshüter tagtäglich von solchen „Früchtchen“ auf der Nase herumtanzen lassen müssen? Besonders bitter, wenn man den Blick auf andere Verhandlungen richtet: Da verlassen teilweise jugendliche Gewalttäter oder Vergewaltiger von Minderjährigen nach milden Urteilen lachend und grölend und mit erhobenen Stinkefingern den Gerichtssaal. Und ein Polizist, der im Dienst einmal die Nerven verliert, wird mit einer enormen Geldsumme zur Kasse gebeten, um danach wiederum für die Sicherheit und diese genannten Idioten den Kopf hinzuhalten. Dass diese verkehrte Welt von manchen ,,neu-woken“ Realitätsverweigerern verteidigt wird, mag schon sein. Aber wir Älteren wollen und können so einen moralischen Kompass – Gott sei Dank – nicht mehr begreifen.
Josef Pratsch, Angern
Erschienen am Do, 28.5.2026
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