Seit Jahren leben wir mit dem Problem, dass 40% der Pflichtschulabsolventen nicht ausreichend und sinnerfassend schreiben und lesen können. Das dürfte aber weder das Schulwesen noch die Politik besonders stören, denn sonst hätte man daran schon längst etwas geändert. Dass das auch mitverantwortlich ist für unsere relativ hohe Jugendarbeitslosigkeit – und zwar auch ohne „Corona-Ausrede“ – ist offensichtlich den Verantwortlichen noch nicht aufgefallen. Wenn nun in der Pandemie, also einer außerordentlichen Situation, für die niemand etwas kann und die wir gemeinsam besiegen bzw. beherrschen müssen, ein paar Wochen Schulschließungen als Infektionsprophylaxe verordnet werden, ist plötzlich Feuer am Dach und werden dadurch „Bildungsdefizite“ beschworen. Kann es eigentlich noch eine ärgere Heuchelei geben?
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