Gegen Abtreibung

Vatikan übt heftige Kritik an neuer EU-Resolution

Ausland
28.04.2008 08:22
Der Vatikan hat die Europarats-Resolution zu Abtreibung kritisiert. Der Beschluss der parlamentarischen Versammlung stehe "in Widerspruch zu den Menschenrechten", betonte Kurienbischof Elio Sgreccia, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, am Sonntag laut Kathpress in der Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano".

Mit der Forderung nach risikofreien und legalen Schwangerschaftsabbrüchen sei erstmals in einem offiziellen Dokument des Europarats von einem "Recht" auf Abtreibung die Rede, betonte Sgreccia. Es sei eine Sache, "den unter bestimmten Bedingungen vollzogenen Schwangerschaftsabbruch zu erlauben oder straffrei zu stellen, aber eine andere, ihn als 'Recht' zu definieren".

Lebensrecht des Ungeborenen betont
Bischof Sgreccia bedauerte, dass der Text der Resolution ausschließlich mit der Gesundheit der Frau und Sozialkosten argumentiere, ohne auf die Würde des ungeborenen Menschen einzugehen. Angesichts des Lebensrechts des Ungeborenen könne es keine angemessene Frist für Abtreibung geben. Weiter kritisierte der Kurienbischof, dass das Dokument allen Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und ein Verfügungsrecht über den eigenen Körper zubillige, davon aber die Ungeborenen ausnehme. Ein Embryo sei nicht einfach ein Teil der Schwangeren. Sgreccia wandte sich auch gegen den Vorwurf, die katholische Kirche wolle Frauen ihres Verfügungsrechts über ihren Körper berauben.

Europarat beschließt Recht auf Abtreibung
Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hatte sich am 16. April für ein Recht von Frauen auf Abtreibung ausgesprochen. Wo dies in den 47 Mitgliedsländern des Staatenbundes noch nicht der Fall sei, sollten nach Meinung der Straßburger Parlamentarier Schwangerschaftsabbrüche straffrei gestellt werden.

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