Zufallstreffer

Polizei erwischt bei Routinekontrolle Millionendieb

Ausland
24.04.2008 14:32
Ein seit mehr als einem Jahr gesuchter deutscher Millionendieb ist gefasst. Bei einer Routinekontrolle wurde der 32-Jährige im Zug von Nürnberg nach Dresden am Mittwoch festgenommen. Der Verdächtige hatte am 20. Jänner 2007 als Fahrer eines Geldtransporters in der Nähe von München einen Mitarbeiter überlistet. Er war dann mit 3,6 Millionen Euro - den Tageseinnahmen mehrerer Supermärkte - geflüchtet.

Nach den Polizeiangaben ließ sich der mutmaßliche Dieb am Mittwochmittag im Zug widerstandslos festnehmen. Zwei Schleierfahnder der Verkehrspolizei Hof an der Saale hatten die Personalien des 32-Jährigen überprüft und erwischten so den international zur Fahndung ausgeschriebenen Mann. Der Dieb hatte rund 20.000 Euro bei sich und war alleine unterwegs. 

Wo die Beute vom Überfall ist, konnte die Polizei zunächst nicht mitteilen. Der aus der Nähe von Sonneberg in Thüringen stammende Verdächtige habe sich bereits einen Anwalt genommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Festnahme in dem spektakulären Fall gilt als echter "Zufallsfund". Laut deutschen Medienberichten hielt sich der Kriminelle zuletzt überwiegend in Tschechien auf.

Überfall ohne Waffe
Bei dem Coup vor 15 Monaten wurde niemand verletzt. Nicht einmal mit einer Waffe hatte der Täter gedroht. Der Täter überredete als Fahrer des Geldtransporters an einem aufgelassenen Parkplatz der Autobahn Stuttgart-München (A 8) bei Sulzemoos seinen Beifahrer zum Aussteigen. 

Er wolle ungestört mit seinem Handy telefonieren, hatte er dem Kollegen als Grund genannt. Dann brauste er mit dem gepanzerten Fahrzeug und den 3,6 Millionen Euro davon. In der Nähe der Anschlussstelle Dachau-Fürstenfeldbruck lud er die Beute in einen gemieteten Ford Focus Kombi um.

Verpasste Flucht nach Algerien
Anschließend setzte Mann seine Flucht Richtung Frankreich fort. Kurze Zeit später wurde der leere Werttransporter in der Nähe von Dachau gefunden, das Fluchtfahrzeug tauchte in Marseille auf. Am 22. Jänner 2007 ging der Täter an Bord einer Fähre nach Algerien. Wegen eines fehlenden Visums konnte er aber nicht in das nordafrikanische Land einreisen. Er musste Algerien mit derselben Fähre wieder verlassen, deren nächstes Ziel Alicante war. Danach verlor sich die Spur des Bodybuilders.

Die Ermittlungsgruppe "Sven" bei der Kripo Fürstenfeldbruck arbeitete unentwegt an dem spektakulären Fall weiter. Sie ging von einem Einzeltäter aus und überprüfte mehr als 1.200 Hinweise. Die ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" befasste sich zwei Mal mit dem Millionendiebstahl, zuletzt am 20. Februar dieses Jahres.
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