Brutale Folterpraxis

Amnesty schockt mit “Waterboarding”-Video

Ausland
23.04.2008 17:45
Reines Wasser rinnt von oben herab. Ein kompakter Fluss, unerbittlich. Es dringt in Kehle und Schlund ein. Der Gefangene hat das Gefühl zu ertrinken. Er kann nur noch um Gnade flehen. Den Horror der "Waterboarding" (auch "Wasserkur") genannten Folterpraxis, die die USA bei Terrorverdächtigen anwendeten, stellte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International im April 2008 in einem Schock-Video dar.

"Das Gefühl der Todesangst führt fast sofort dazu, dass man um ein Ende der Behandlung bittet", sagen Amnesty-Experten über "Waterboarding" oder "Simuliertes Ertrinken". Es handelt sich um eine der härtesten Verhörmethoden, die bei mutmaßlichen Terroristen angewandt werden. Da der US-Geheimdienst CIA, der seine "Folterspiele" aufzeichnet, seine Methoden nicht der Öffentlichkeit habe zeigen wollen, habe Amnesty das Video ins Netz gestellt.

"Es ist nicht die richtige Antwort"
Der damalige US-Präsident George W. Bush hatte erst wenige Tage zuvor die Existenz dieser Verhörpraxis erneut zugegeben und erneut verteidigt. Sie diene der Verteidigung des amerikanischen Volkes, hatte er erklärt. Demgegenüber versucht Amnesty, die öffentliche Meinung gegen derartige Menschenrechtsverletzungen im Kampf gegen den Terrorismus zu sensibilisieren.

"Die Bedrohung durch den Terrorismus ist real", schreibt Amnesty International, "aber die Menschenrechte mit Füßen zu treten und unsere Werte aufzugeben, ist nicht die richtige Antwort". Der US-Verhörspezialist Malcom Nance etwa verlangte die sofortige Einstellung des "Waterboarding". Er schäme sich dafür, dass Bush seine Anwendung gestatte und "somit das Ansehen der USA in den Schmutz gezogen" habe.

Bush: "Nützlichste Werkzeuge im Kampf gegen Terror"
Zuletzt im März 2008 hatten die Demokraten im Repräsentantenhaus eine notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt, um Bushs Veto gegen das von beiden Kammern beschlossene Gesetz zu überstimmen, das das "Waterboarding" verboten und den Geheimdienst CIA weiter auf die 19 Verhörmethoden verpflichtet hätte, die vom US-Militär genehmigt sind. "Das mir vom Kongress übermittelte Gesetz nimmt uns eines der nützlichsten Werkzeuge im Kampf gegen den Terror", begründete Bush damals seinen Einspruch. 

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