Elefantenhochzeit
Delta und Northwest werden zu weltgrößter Airline
Die bisherigen Aktionäre von Northwest sollen je Anteilsschein 1,25 neue Delta-Aktien bekommen. Das entspreche einem Aufpreis von knapp 17 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag, hieß es. Die Aktionäre beider Gesellschaften müssen noch zustimmen. Zudem ist der Segen der Wettbewerbshüter erforderlich.
800 Flugzeuge und 75.000 Mitarbeiter
Delta ist gemessen an der Zahl der Passagiere die drittgrößte Fluggesellschaft der USA, Northwest die fünftgrößte. Mit der Fusion entsteht die größte Airline der Welt. Gemeinsam fliegen Delta und Northwest mit insgesamt fast 800 Flugzeugen 390 Flughäfen in 67 Ländern an. Weltweit wird die gemeinsame Airline 75.000 Mitarbeiter zählen.
In der Erklärung versprachen die Unternehmen den Angestellten unter anderem "eine größere Arbeitsplatzsicherheit". Durch die Fusion könne der Anstieg des Ölpreises kompensiert werden, es entstehe angesichts der wachsenden Konkurrenz im Flugverkehr eine größere Wettbewerbsfähigkeit.
Bereits seit Monaten verhandelt
Die Verhandlungen über die Fusion hatten sich über Monate hingezogen. Vor allem ein Streit der Piloten beider Seiten hatte einen Zusammenschluss zuletzt behindert. Sie konnten sich nicht auf ein gemeinsames System der Anrechnung von Berufsjahren und Dienstgraden auf die Vergütung einigen. Dies soll nun später nachgeholt werden.
In der US-Luftfahrtbranche werden Zusammenschlüsse seit Jahren erwartet. Die US-amerikanischen Airlines waren nach den Anschlägen in New York vom September 2001 in eine Krise geraten. Rund die Hälfte flog lange Zeit unter Gläubigerschutz, um nicht Bankrott zu gehen. Delta hat sich inzwischen wieder erholt. Steigende Treibstoffkosten und Billigkonkurrenz im eigenen Land sowie der Wettbewerb mit europäischen und arabischen Konkurrenten auf den Interkontinentalstrecken haben den Fusionsdruck in den vergangenen Jahren weiter verschärft.
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