Bizarrer Wunsch
Polen wollen das Herz von Johannes Paul II.
Der polnische Wunsch wird laut der Zeitung "La Repubblica" auch vom Privatsekretär von Karol Wojityla, Kardinal Stanislaw Dziwisz, aktiv unterstützt. "Es ist logisch, dass Krakau, die Stadt, in der Johannes Paul II. als Kardinal gedient hatte, eine Reliquie des Papstes erhalten wird, es kann sich dabei auch um Fragmente seines Körpers handeln", sagte Robert Necek, Sprecher von Kardinal Dziwisz. Das letzte Wort habe aber Papst Benedikt XVI. zu sagen.
"Glasschrein" und Gerüchte um Grab im Petersdom
In den vergangenen Tagen kursierten Gerüchte im Vatikan über eine mögliche Verlegung des Grabes des Papstes aus der Gruft unter dem Petersdom in den Innenraum der Kirche. Ein definitiver Beschluss soll nach einer Seligsprechung des Toten gefasst werden, erklärte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi, nachdem italienische Medien berichtet hatten, dass die Entscheidung über eine Verlegung des Grabes bereits gefallen sei.
Unmittelbar nach der Seligsprechung, die Papst Benedikt XVI. vor zwei Jahren eingeleitet hat, als er mit dem Ausruf "Santo subito!" die übliche Wartezeit von fünf Jahren nach dem Tod eines Seligzusprechenden verkürzte, soll der polnische Papst in einem Glasschrein mit einer Wachsmaske auf dem Gesicht ausgestellt werden, damit ihn alle Pilger sehen können. "Wir wollen den verstorbenen Papst den vielen Tausenden von Gläubigen näher bringen, die jährlich aus allen Weltteilen nach Rom reisen, um ihn zu sehen", sagte Kardinal Jose Saraiva Martins, Präfekt der Heiligsprechungskongregation.
Bei der Exhumierung würden Experten des Vatikans den Zustand des Leichnams von Johannes Paul II. prüfen. "Wenn man den Leichnam eines Seligen oder Heiligen verlegt, will man dessen Zustand prüfen. Danach kann eine Wachsmaske mit den Gesicht von Johannes Paul II. angefertigt werden, wie es bei anderen Heiligen der Fall war."
Grab neben Statue der Pieta
Das neue Grab, das dann wohl aus Stein sein wird und in das man den Leichnam des bis dahin Seliggesprochenen nach der Zeit im Glasschrein verlegen wird, soll unweit von Michelangelos Statue der Pieta, in der Kapelle des Heiligen Sebastian untergebracht werden.
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