400 Gramm Silikon

Frau erhielt wider ihren Willen Brustimplantate

Ausland
30.03.2008 09:55
Gegen ihren Willen sind einer Frau in Kassel (Deutschland) Brustimplantate eingesetzt worden. Die 33-jährige Petra Kördel aus dem nordhessischen Guxhagen erwachte nach einer Busenoperation mit 200 Gramm Silikon in jeder Brust. Jetzt klagte die Frau das Rot-Kreuz-Krankenhaus, das den Eingriff durchgeführt hat.

"Ich habe fast 100 Kilo abgenommen und mir danach im Kasseler Krankenhaus schon den Bauch straffen lassen. Die Brust-OP sollte nur der Abschluss sein", sagte die Frau. Sie habe ihr Leben lang unter Übergewicht gelitten und deshalb auch keine Kinder kriegen können. "Nachdem ich von 159 auf 67 Kilo runter war, klappte es plötzlich auch mit dem Kind. Jetzt wollte ich nur noch eine kleine, schöne Brust haben." Nach der Operation habe sie aber Brustimplantate gehabt und zudem ihre Tochter nicht stillen können. "Da ist jetzt ein Fremdkörper in meiner Brust. Der muss wieder raus."

Klinik spricht von "medizinische Notwendigkeit"
Ein solcher Eingriff sei weder geplant gewesen, noch habe sie jemals einen solchen Wunsch geäußert. Die Klinik bestätigte den "Zusatzeingriff", beruft sich aber auf medizinische Notwendigkeiten, weil sonst die Brustwarzen der Frau abgestorben wären, wollte aber unter Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht ins Detail gehen. 

"Ich kann nur so viel sagen, dass der Hautüberschuss nach dem extremen Gewichtsverlust die Durchblutung der Brustwarzen unmöglich machte. Sie wären abgestorben, wenn wir nicht die stützenden Implantate eingesetzt hätten", sagte Klinikgeschäftsführerin Elisabeth Deterding. Möglicherweise könnten die Silikonpolster entfernt werden, wenn sich die Durchblutung wieder entwickelt. "Ein ärztliches Gutachten hat aber bestätigt, dass keine Fehler gemacht wurden."

Die Brustimplantate würden jetzt in einer Bonner Spezialklinik entfernt. "Wie die erste Operation wird auch dieser Eingriff von der Krankenkasse bezahlt. In diesem Fall wird die Kasse allerdings Regressforderungen an das Krankenhaus stellen", sagte Kördel.

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