Begraben
Felslawine zerstört Wohnblock in Norwegen
Die Behörden evakuierten Häuser im Umkreis von 500 Metern, weil ein undichter Tank mit 4.000 Litern Gas zu explodieren drohte. Auch die Bergungsmannschaften und die Feuerwehr mussten sich zeitweise komplett von der Unglücksstelle zurückziehen. "Unter solchen Umständen gibt es für die Vermissten keine Hoffnung mehr", sagte ein Polizeisprecher. Man sei nicht sicher, wie viele Menschen sich tatsächlich in den unteren Wohnungen aufgehalten hätten.
Untere Etagen auf die Straße geschoben
Die gewaltige Kraft des Felseinschlages hatte die beiden unteren Etagen sieben bis acht Meter auf die vor dem Haus liegende Straße geschoben. Alle 15 Bewohner der darüber gelegenen Stockwerke gelangten entweder aus eigener Kraft ins Freie oder wurden von Einsatzkräften gerettet. Zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen. Zu den Geretteten gehörte auch das im obersten Stock in einer Penthouse-Wohnung lebende Architektenpaar, das das erst vor wenigen Jahren gebaute Terrassenhaus entworfen hatte.
"Erst dachten wir, es sei ein Erdbeben", berichtete ein anderer Bewohner im Rundfunksender NRK. Erst bei der Rettung durch die Feuerwehr sei ihm klar geworden, dass "der halbe Berg heruntergekommen war". Der Einschlag der gewaltigen Felsbrocken hatte die Bewohner kurz nach halb vier Uhr geweckt. Auch die Straße vor dem Haus wurde zerstört.
Armee hilft bei der Suche
Das Unglück ereignete sich direkt neben der Schwimmhalle der Kleinstadt an Norwegens Westküste, weniger als einen Kilometer vom Zentrum entfernt. Zur Suche nach den Vermissten wurden Einheiten der norwegischen Armee nach Ålesund beordert, die sonst für die Vereinten Nationen im Einsatz sind. Die Spezialisten wurden unter anderem bei einem Erdbeben im Iran Ende 2003 eingesetzt.
Die zuständige Baugesellschaft erklärte, das Terrassenhaus sei "entsprechend den Vorschriften und verantwortungsvoll" geplant und gebaut worden. Man habe auch geologische Gutachten über die Lawinengefahr am benachbarten Berg eingeholt.
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