Friedensgespräch
Streit in Südamerika beigelegt
Ecuadors Präsident Rafael Correa erklärte den Streit nun für beendet und reichte seinem kolumbianischen Amtskollegen Alvaro Uribe die Hand. Dieser versprach, dass sich Militärschläge wie jener vom vergangenen Samstag in Ecuador, bei dem der Vize der Guerilla, Raul Reyes, getötet worden war, auf keinen Fall wiederholen würden.
Im Gegenzug sagte Correa zu, er werde Dokumente aus Kolumbien über eine mögliche Zusammenarbeit seines Landes mit den FARC-Rebellen annehmen und ernsthaft prüfen lassen.
Schulterklopfen mit Chavez
Auch mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez gab es Schulterklopfen und sogar Witze und erleichtertes Lachen. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega nahm die Ankündigung, die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abzubrechen, spontan zurück. Auch Ecuador und Venezuela signalisierten, dass sie die Beziehungen wieder aufnehmen würden.
Die Versöhnung wurde möglich, nachdem alle Seiten bei dem Gipfeltreffen mit Vertretern von 19 Staaten Lateinamerikas ihre jeweiligen Standpunkte dargelegt hatten. Dabei waren die alten Positionen zunächst unversöhnlich aufeinandergeprallt. Uribe hatte Ecuador und Venezuela vorgeworfen, die linksgerichtete Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) zu unterstützen und ihnen Unterschlupf zu gewähren. Correa bezeichnete ihn daraufhin erneut als Lügner, dem niemand vertrauen dürfe. Versöhnlich wurde die Atmosphäre erst ganz zum Ende des Treffens, als Uribe die Gründe für den Militärschlag darlegte.
"Nichts rechtfertigt diese Aggression"
Während der Gespräche hatte der kolumbianische Präsident eingeräumt, Ecuador nicht über den grenzübergreifenden Einsatz der Streitkräfte seines Landes informiert zu haben. Allerdings habe Kolumbien im Kampf gegen den Terrorismus nicht die Unterstützung Ecuadors gehabt. Correa hatte dagegen seine scharfe Kritik an dem Einsatz zunächst bekräftigt: "Nichts rechtfertigt diese Aggression, und wir erwarten eine Verurteilung."
Nach heftiger Kritik an Uribe hatte sich der venezolanische Präsident Chavez schließlich für eine friedliche Beilegung des Streits stark gemacht. Noch sei Zeit, einen "Sog" der Krise zu beenden, den "wir alle bereuen könnten", sagte Chavez. "Wir wollen den Frieden, wir wollen alles tun, was wir können, um in Frieden miteinander zu leben."
Hand abgeschnitten: Rebell von eigenen Leuten getötet
Unterdessen berichteten kolumbianische Medien, dass Ivan Rios, Führungsmitglied der FARC-Rebellen, von seinen eigenen Leuten getötet worden sei. Diese hätten das auf ihren Chef ausgesetzte Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (3,24 Millionen Euro) kassieren wollen, berichtete Radio Caracol. Anschließend hätten sie sich den Behörden gestellt und als Beweis für den Tod des Rebellenchefs dessen abgeschnittene Hand vorgelegt. Anfangs hatte es geheißen, Rios sei am Freitag bei Kämpfen mit dem kolumbianischen Militär getötet worden.
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