Protest-Selbstmord

Aktivist erschießt sich vor japanischem Parlament

Ausland
05.03.2008 09:04
Vor dem Sitz des japanischen Parlaments hat sich am Mittwoch ein Mann in den Kopf geschossen. Der gut 60-Jährige hatte einen Protestbrief an Ministerpräsident Yasuo Fukuda bei sich, als er vor dem Südeingang des Parlaments seine Waffe gegen sich selbst richtete, wie Polizeisprecher Hiromu Kawaguchi mitteilte. Der Mann wurde wenig später im Krankenhaus für tot erklärt.

In dem Brief habe der laut Medienberichten rechtsgerichtete Aktivist den Ministerpräsidenten aufgefordert, die Außenpolitik Japans und das Thema des umstrittenen Yasukuni-Schreins streng anzugehen. 

In diesem shintoistischen Heiligtum werden unter anderem Kriegsverbrecher wie General Hideki Tojo, Premier während des Zweiten Weltkriegs, geehrt. Der Hauptprotagonist des japanischen Militarismus und Expansionismus war wegen der Überfälle und Aggressionskriege gegen China und andere asiatische Länder von einem internationalen Militärtribunal zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

In einem weiteren Brief verlangte der Mann von den japanischen Medien, für Wallfahrten zu dem Schrein zu werben. Anders als seine Amtsvorgänger hat Fukuda solche Wallfahrten stets ausgeschlossen, da diese nur zu einer Belastung der Beziehungen Japans zu China, Südkorea und anderen Ländern geführt hätten.

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