Korruption bei VW

Ex-Betriebsratschef zu drei Jahren Haft verurteilt

Ausland
22.02.2008 13:49
Ex-VW-Betriebsratschef Klaus Volkert muss ins Gefängnis. Im Volkswagen-Korruptionsprozess verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig am Freitag wegen Anstiftung und Beihilfe zur Untreue zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer erhielt wegen Anstiftung zur Untreue und Begünstigung eines Betriebsrates eine einjährige Bewährungsstrafe. Die Richter blieben mit dem Strafmaß unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger der Angeklagten hatten allerdings in beiden Fällen auf Freispruch plädiert.

Im ersten VW-Korruptionsprozess war vor rund einem Jahr Ex-Personalvorstand Peter Hartz zu zwei Jahren auf Bewährung und 576.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte Volkert zwischen 1994 und 2005 Sonderbonuszahlungen von knapp 2 Millionen Euro gewährt.

Lust- und Sexreisen auf Firmenkosten
Gebauer hatte Lustreisen, Sexparties und Geschenke auf VW-Kosten organisiert, nachdem Hartz ihn aufgefordert hatte, die Spitze der Betriebsräte "großzügig" zu behandeln. Die Staatsanwaltschaft hatte für Volkert eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert. Für Gebauer hielt die Anklage ein Jahr und acht Monate für angemessen. Die Verteidiger hatten dagegen in allen Hauptanklagepunkten Freisprüche verlangt. Es ist offen, ob Revision gegen das Urteil eingelegt wird.

Volkert und Gebauer gelten als Schlüsselfiguren in der VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten und Schmiergeldzahlungen, die im Sommer 2005 ins Rollen gekommen war.

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