Die Patapons sind kleine, aber tapfere Krieger, die vom Volk der Zigotons aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Mit Hilfe des Allmächtigen - des Spielers - sinnen die Patapons nun jedoch auf Vergeltung und ziehen in den Krieg. Die Besonderheit daran: Die Winzlinge reagieren nur auf den Rhythmus der Kriegstrommeln, die es im richtigen Rhythmus zu schlagen gilt.
Jeder der vier PSP-Buttons steht dabei für eine Trommel bzw. Silbe, die mit anderen Trommeln zu einem Kommando formiert wird. So gibt die Kombo "Pata pata pata pon" etwa den Befehl loszumarschieren, während "Pon pon pata pon" zum Angriff bläst.
Im Laufe des Spiels gesellen sich weitere Trommel-Befehle hinzu, mit denen die Patapons sich beispielsweise nicht nur verteidigen können, sondern auch Wunder wirken. Um in der brennend heißen Wüste oder im Kampf gegen feuerspeiende Drachen bestehen zu können, kann es der Allmächtige dann etwa vom Himmel regnen lassen. Hat man mehrere Befehle hintereinander exakt erteilt, steigern sich die kleinen Patapons in einen wahren Kampfrausch, der ihre Fähigkeiten kurzfristig verbessert.
Wer nun befürchtet, dass "Patapon" eines dieser amüsanten, aber kurzweiligen Party-Games ohne Tiefgang ist, der irrt. Denn das anfängliche Getrommle entwickelt sich bald zu einem fordernden Strategiespiel, in dem die unterschiedlichen Fähigkeiten der Patapon-Krieger je nach Mission entsprechend eingesetzt werden wollen.
So gesellen sich zu den anfangs speerewerfenden Patapons schnell Schwertträger, später Bogenschützen und schließlich sogar Kavallerie oder Helden mit ganz bestimmten Fähigkeiten, um im Kampf gegen die Zigotons bestehen zu können. Zu diesem Zweck gilt es nicht nur, vor jeder neuen Schlacht eine passende Marschreihenfolge zu bestimmen, sondern die Einheiten auch passend auszurüsten.
Stahlschilde, Helme, Schwerter oder Bögen können ebenso wie spezielle Unique-Items während des Spiels aufgesammelt und an die Truppen verteilt werden. Mit bei der Jagd gesammelten Rohstoffen lassen sich hingegen am Baum des Lebens neue Krieger erstellen. War die Hatz wider Erwarten nicht erfolgreich, können auch durch Opfergaben neue Rohstoffe erlangt werden. Zuvor muss der Spieler allerdings abermals in Form eines Minispiels sein musikalisches Können unter Beweis stellen und beispielsweise kleinere Melodien nachspielen.
Ebenso außergewöhnlich wie das Spielprinzip kommt schließlich auch die horizontal scrollende 2D-Grafik daher, die aus der Feder des französischen Grafikers Rolito stammt. Minimalistisch, aber dennoch voll liebenswürdiger Details, schafft der Titel bereits in den ersten Minuten eine ganz eigene und fesselnde Atmosphäre. Spätestens wenn die Krieger ihre afrikanisch angehauchten Ohrwurm-Gesänge anstimmen, dürfte der Spieler sein Herz endgültig an die kleinen Patapons verloren haben.
Fazit: "Patapons" ist eines dieser außergewöhnlichen und einzigartigen Spiele, an denen man als PSP-besitzender Liebhaber erfrischender Spielkonzepte einfach nicht vorbeikommt. Die ungewöhnliche Aufmachung und das innovative Spielkonzept ziehen einen bereits nach wenigen Minuten in den Bann und lassen den Spieler erst wieder los, wenn sich die "Pata pata pata pon"-Gesänge so richtig fest ins Gehirn eingebrannt haben. "Patapon" ist somit mal wieder der beste Beweis dafür, dass eine simple Idee für Stunden begeistern kann.
Plattform: PSP
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 91%
von
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