Männer fürs Grobe

Conflict: Denied Ops

Spiele
18.02.2008 13:03
Die Welt ist schlecht. Das "Böse" lauert praktisch an jedem noch so unwirtlichen Platz. Eine gute Gelegenheit also, die Elitekämpfer Lang und Graves in "Conflict: Denied Ops" loszuschicken, um den Feind mal kräftig aufzumischen.

Die beiden bilden ein eingespieltes Duo. Einer sorgt mit seinem Sturmgewehr fürs Grobe während der andere mit dem Scharfschützengewehr die Gegner ganz gezielt aus Korn nimmt. Wer verdeckt operiert, greift lieber auf leisere Methoden zurück. Deshalb können Graves und Lang bei Bedarf ihre mit Schalldämpfer gerüsteten Pistolen zum Einsatz bringen. Zusätzlich gehören diverse Granaten und das obligatorische Nachtsichtgerät zur Standardausrüstung.

In der ersten Mission müssen die beiden in ein bereits ziemlich zerstörtes Kloster eindringen, Daten von einem Laptop stehlen, einen Datenspeicher hochgehen lassen und dann unter anderem einen Panzer kapern.

Das Spiel setzt auf die First-Person Perspektive. Zwischen den beiden Charakteren kann jederzeit hin und her geschaltet werden. Taktisches Vorgehen erleichtert zwar die Sache sehr, ist aber - zumindest anfangs - nicht wirklich erforderlich. Dem Kollegen kann man mittels Tastendruck eine Position zuweisen und einfache Kommandos geben. Besonders wenn einer der beiden verwundet zu Boden geht, sollte man mit dem zweiten Kämpfer schleunigst zu Hilfe eilen und ihn verarzten. Passiert dies nicht und der zweite Charakter wird ebenfalls schwer verwundet, gilt die Mission als gescheitert.

Während die eingängige Steuerung schnell in Fleisch und Blut übergeht, nervt es, dass Leitern nicht sofort per Nachvornedrücken des linken Sticks hinaufgeklettert werden kann, sondern davor ein Tastendruck erforderlich ist. Beim Vorrücken sollte im Idealfall immer darauf geachtet werden, dass einer dem anderen Feuerschutz gibt.  Mit dem Sturmgewehr in der Hand ist es aber anfangs durchaus möglich, in Rambo-Manier voranzustürmen und sich, entsprechende Zielgenauigkeit vorausgesetzt, wild um sich schießend den Weg freizukämpfen. Da nicht unendlich viel Munition zur Verfügung steht, sollten die herumstehenden Munitionskisten tunlichst dazu genutzt werden, die Vorräte wieder aufzustocken.

Ein gekaperter Panzer lässt sich sehr einfach durch die Gegend steuern. Mit dem Bordgeschütz können nicht nur feindliche Panzer zerstört, sondern auch ganze Gebäude zum Einsturz gebracht werden. Überhaupt geht bei den Feuergefechten, teils recht realistisch, viel zu Bruch - wobei die grafische Darstellung keine Begeisterungsstürme auslöst. Das Gebotene ist, bezogen auf die Möglichkeiten der PS3, gerade noch Durchschnitt. Dies liegt vor allem an den teilweise nicht sehr gelungenen Texturen. Die deutsche Sprachausgabe hätte ebenfalls besser sein dürfen. Lediglich die Soundeffekte klingen ansprechend.

Die KI der Gegner ist ausreichend, aber ebenso wenig berauschend. Der Koop-Modus macht hingegen mächtig Spaß. Alle Multiplayer-Fans werden ebenfalls ordentlich versorgt. Sie dürfen sich mit Eroberung, sowie Death-, Teamdeathmatch vergnügen.

Fazit: "Conflict: Denied Ops" ist vor allem aufgrund der Mängel in punkto Präsentation nur durchschnittlich. Es gibt mittlerweile für die PS3 schon wesentlich Besseres auf dem Markt. Der gute und gelungene Koop-Modus verhindert gerade noch eine schlechtere Bewertung. 

Plattform: PS3 (getestet), Xbox360, PC
Publisher: Eidos Interactive
Krone.at-Wertung: 71%

Von Harald Kaplan

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