Deckname "Luzer"

Rassismus-Skandal um Staatsanwalt in Ungarn

Ausland
16.02.2008 18:59
Rassismus-Skandal im ungarischen Justizministerium: Ein Staatsanwalt, der von einem Computer der Budapester Generalstaatsanwaltschaft regelmäßig antisemitische und rassistische Äußerungen in einem rechtsextremistischen Blog gemacht hatte, hat sich angesichts seiner drohenden Entdeckung selbst aus dem Amt entfernt.

Der Staatsanwalt gab seine „Deckung“ auf und trat von seinem Posten zurück, nachdem der Skandal bekannt geworden war und die Generalstaatsanwaltschaft eine Untersuchung all ihrer 3.200 Computer angeordnet hatte.

Unter dem Decknamen „Luzer“ war der Betroffene auf der Website eines in Südafrika lebenden „extremistischen Ungarn“ präsent, berichtet die Tageszeitung „Nepszava“. Dabei sei „Luzer“ zufällig von einem Chat-Teilnehmer entdeckt worden.

Disziplinarverfahren umgangen, aber Strafverfahren droht
Da die Website die IP-Adresse der beteiligten Computer bekannt gebe, sei der Weg zur Generalstaatsanwaltschaft in Budapest schnell gefunden worden. Wäre der betroffene Staatsanwalt nicht freiwillig zurückgetreten, wäre ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet und er entlassen worden, erklärte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Zoltan Borbely. Nun würden die Inhalte der Äußerungen des Staatsanwaltes untersucht, und danach über ein eventuelles Strafverfahren entschieden.

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