Ausschreitungen
Schule in Kopenhagegen niedergebrannt
Die Feuerwehr teilte mit, dass der Umfang der Brandstiftungen trotz allem deutlich abgenommen habe. Es wurden auch keine Aktionen außerhalb der Hauptstadt mehr gemeldet.
Die Regierung kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer, aber auch verstärkte Anstrengungen zur Integration von Zuwanderer-Kindern an. Die Aktionen hatten schon kurz vor Ausbruch eines neuen Streits um Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" begonnen.
Bereits in der Nacht auf Samstag war es in Kopenhagen und anderen dänischen Städten zu Krawallen gekommen. Laut Polizeiangaben wurden fast dreißig Autos und zahlreiche Mülltonnen angezündet. Laut Dänischem Rundfunk wurden Feuerwehrleute mit Steinen beworfen, als sie einen brennenden Müllcontainer löschen wollten. Auch aus Odense, Kalundborg und Aarhus wurden Brände sowie ebenfalls Steinwürfe gemeldet. Mindestens sechs Menschen wurden vorübergehend festgenommen.
Spekulationen über Auslöser der Unruhen
Angesichts verschiedener Spekulationen über die Ursache hieß es zuletzt seitens der Polizei, die Unruhen seien von einer kleinen Gruppe marginalisierter Jugendlicher ausgegangen. Im Lauf des Freitag kristallisierte sich immer mehr ein Zusammenhang mit den in den vergangenen Monaten verschärften Kontrollmaßnahmen wie Anhaltungen und Leibesvisitationen in bestimmten Bezirken Kopenhagens heraus. Diese werden laut Augenzeugenberichten fast immer nur an dunkelhäutigen Personen und insbesondere an Jugendlichen vorgenommen.
Außerdem sollen sich Polizisten - ebenfalls laut Berichten von Augenzeugen und Sozialarbeitern - des Öfteren eines rassistischen Jargons bedienen. Polizeivertreter wiesen diese Vorwürfe in den vergangenen Tagen jedoch stets zurück.
Tageszeitungen demonstrieren für Meinungsfreiheit
17 dänische Tageszeitungen hatten am Mittwoch die Karikatur des Zeichners Kurt Westergaard erneut gedruckt, um damit für die Meinungsfreiheit zu demonstrieren. Die dänische Polizei hatte zuvor mehrere Verdächtige festgenommen, die einen Mordanschlag auf Westergaard geplant haben sollen. Der Zeichner und seine Frau standen bereits in den vergangenen drei Monaten unter starkem Polizeischutz, nachdem sie Morddrohungen erhalten hatten.
Erstmals war die Zeichnung, die den islamischen Propheten Mohammed mit einer Bombe als Turban darstellt, am 30. September 2005 in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" erschienen und hatte teils gewalttätige Proteste von Muslimen in aller Welt ausgelöst. Auf dem Höhepunkt des sogenannten "Karikaturen-Streits" wurden unter anderem die dänischen Botschaften in Damaskus und Beirut in Brand gesteckt. Dutzende Menschen starben bei Ausschreitungen in Nigeria, Libyen und Pakistan.
Muslimliga fordert, "Beleidigungen" zu unterbinden
In den Karikaturen-Streit hat sich nun auch die Weltmuslimliga eingeschaltet. Die Organisation mit Sitz im saudi-arabischen Mekka forderte die Regierung in Kopenhagen am Sonntag auf, "Beleidigungen" des Islams und seines Propheten zu unterbinden.
Zugleich sollten Muslime und muslimische Organisationen in Dänemark Zurückhaltung üben und sich nicht zu "unangebrachten Reaktionen" verleiten lassen, hieß es in einer Erklärung weiter. Die Muslimliga betonte, die Botschaft des Islam habe eine "weltweite und humanitäre Dimension".
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