Greenspan hat die Lebenserwartung von bildenden Künstlern vom 14. bis zum 19. Jahrhundert analysiert und dabei herausgefunden, dass Bildhauer im Durchschnitt fast vier Jahre länger lebten als Maler. Die Daten von insgesamt 406 Künstlern – darunter große Namen wie Michelangelo, Tizian oder Raphael – wurden für die Studie herangezogen.
Die 144 Bildhauer, die nachweislich nur Stein bearbeitet haben, wurden durchschnittlich 67,4 Jahren, die untersuchten 262 Maler aber nur 63,6 Jahre alt. Schlussfolgerung: Wer meißelt, also sich richtig körperlich anstrengt, hat ein besseres Immunsystem und lebt deshalb länger.
Laut Greenspan verbrauche Meißeln 2,5-mal mehr Energie als Malen, erhöht damit die Fitness des Immunsystems und schützt deshalb besser vor Infektionen und anderen, durch Bewegungsmangel begünstigten, Krankheiten.
Bleivergiftung
Laut dem Wissenschaftler gibt es aber auch eine andere Erklärung für die unterschiedliche Lebenserwartung der beiden Künstlergruppen. Bei den Malern könnte auf die Verwendung von bleihältigen Farben dazu geführt haben, dass sie früher starben. Die Bleivergiftung bei Malern wurde früher auch „Malerkolik“ genannt. Dagegen spricht: Auch Bildhauer litten und leiden unter „Berufskrankheiten“ wie zum Beispiel Staublungen, was ebenfalls die Lebenserwartung beschneiden würde.
Zu Greenspans Bedauern gibt es nicht genügend Aufzeichnungen über die tatsächlichen Todesursachen vieler Künstler aus den früheren Jahrhunderten, sodass ganz genaue Aussagen über die Ursachen des Altersunterschiedes zwischen Bildhauern und Malern nicht gemacht werden könnten.
Übrigens: Der älteste Künstler, der für die Studie herangezogen wurde, war der Maler Tizian, der 99 Jahre alt wurde. Der jüngste, Pierino da Vinci, war Bildhauer und starb im Alter von 23 Jahren.









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