16.01.2008 11:56 |

"Er kehrt zurück"

Brasiliens Präsident Lula besuchte Fidel Castro

Zum Abschluss eines Besuchs in Kuba ist der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva überraschend mit dem kranken Staatschef Fidel Castro zusammengetroffen. Es habe sich um eine private Begegnung gehandelt, sagte ein Sprecher Lula da Silvas am Dienstag in Havanna. Nach dem Treffen sagte Lula da Silva, er glaube, Castro sei "bereit, seine politische Arbeit in Kuba wiederaufzunehmen".

Castro sei bei klarem Verstand, sagte Lula vor Journalisten und scherzte: "Fidel sprach zwei Stunden und ich eine halbe." Der 81-jährige Castro wurde seit seiner Erkrankung im Sommer 2006 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Die Amtsgeschäfte des Präsidenten führt seitdem sein Bruder Raul.

Auf offiziellen Fotos, die im Anschluss an das Treffen veröffentlicht wurden, wirkte Castro gebrechlich, aber geistesgegenwärtig. Castro trug demnach bei der Begegnung einen Trainingsanzug und Tennisschuhe. Auf einigen Bildern ist er zu sehen, wie er mit einer Kamera spielt. Es waren die ersten Fotos von Castro, die die Regierung seit Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht hat. Damals wurde er vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez besucht.

Ursprünglich hatte es geheißen, dass Lula bei seinem Kuba-Aufenthalt nicht mit seinem Amtskollegen zusammentreffen werde, obwohl ein Treffen von brasilianischer Seite gewünscht worden sei.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Kuba verstärkt
Wenige Stunden vor der Begegnung mit Castro unterzeichnete Lula da Silva mehrere Abkommen zur Verlängerung von Krediten für Investitionen im Straßenbau sowie zur Gesundheits- und Nahrungsmittelversorgung in Kuba. Mit einem weiteren Vertrag erhielt der brasilianische Ölkonzern Petrobras eine Lizenz für Ölbohrungen in kubanischen Gewässern. Ähnliche Vereinbarungen wurden auch mit Ölgesellschaften aus Spanien, Kanada, Indien und Malaysia geschlossen.

Die mit Brasilien geschlossenen Abkommen seien ein weiterer Schlag für die Bemühungen der USA, Kuba mit Handelssanktionen zu isolieren, sagte der Kuba-Experte Phil Peters vom Lexington Institute in den USA. "Dies ist das jüngste Signal, dass der Rest der Welt mit der Kuba-Politik der USA in keiner Weise einverstanden ist."

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