Noch lange bevor die Kunst den Film entdeckte, beschäftigte sie sich mit dem projizierten Standbild - dem Dia. Die aktuelle Ausstellung geht auch wirklich an diese Anfänge zurück. Dan Graham, ein bekannter amerikanischer Raumkünstler, entwarf im Jahr 1966 eine der ersten Diaprojektionen der Kunst. Realisiert hat er sie erst 30 Jahre später. Nun ist „Project for Slide Projector“ auch in Linz zu sehen. Graham lichtete die Seiten eines Glaswürfels ab und re-inszeniert diesen Raumkörper in der Diaprojektion.
Ebenfalls sehr ursprünglich geht die britische Künstlerin Cornelia Parker ans Werk. Sie setzt kein Bild ein, sondern einen Schattenwurf. Dafür hat sie Fasern aus Sigmund Freuds berühmter Psycho-Couch gezupft. Die Fusseln werden nun zu einer pelzigen, monströsen Wandprojektion. Die Ironie hat auch die Schweizer Peter Fischli und David Weiss angetrieben, wenn sie einem schlichten Plastikbecher zu einem funkelnden Auftritt verhelfen.
Eine bunte Diaprojektion aus dem Leben jenseits des Atlantiks bietet der Schweizer Beat Streuli an. Er lässt in einem langsamen Rhythmus 120 Dias ineinander gleiten. Der völlig entschleunigte „Film“ entführt uns in die Straßen von New York. Selbst bei raumhoher Vergrößerung bleibt dem Dia die Brillanz erhalten, nach wie vor ist die Diatechnologie unerreicht.
Projektion ist noch bis 13. Jänner zu sehen. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18, an Donnerstagen bis 21 Uhr. Am 31. Dezember von 10 bis 16 Uhr, am 1. Jänner geschlossen
Foto: Chris Koller
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