Attacke in US-Zoo

Mauer für Tigergehege war zu niedrig

Ausland
28.12.2007 08:02
Nach dem tödlichen Angriff eines Tigers im Tierpark von San Francisco hat der Zoo-Direktor eingeräumt, dass die Mauer der Anlage niedriger war als empfohlen. So hatte der Sibirische Tiger bei seinem Ausbruch am Dienstag eine Mauer von 3,80 Metern Höhe zu überwinden. Die Zoo-Vereinigung der USA (AZA) schreibt in ihren Richtlinien aber mindestens fünf Meter vor.

Zoo-Direktor Manuel Mollinedo sagte am Donnerstag, die Differenz von 1,20 Metern sei bei den Sicherheitsüberprüfungen der Anlage nie zur Sprache gekommen.

Tiger absichtlich freigelassen?
Die Polizei gab zuvor bekannt, dass sie auch prüfen würde, ob die Raubkatze absichtlich freigelassen wurde. „Weil wir nicht sicher sind, ob dies das Ergebnis eines menschlichen Eingreifens oder eines Unfalls ist, betrachten wir den Zoo als Tatort“, sagte die Polizeichefin von San Francisco, Heather Fong, bei einer Pressekonferenz.

Der leitende Tierbetreuer und Zoodirektor Robert Jenkins hatte zuvor vermutet, dass das Tier aus seinem Gehege geklettert oder gesprungen war - dies aber gleichzeitig für so gut wie unmöglich erklärt. Die Tiger werden im Zoo von San Francisco in einer sogenannten offenen Grotte gehalten, die mit einem fünfeinhalb Meter breiten Graben und einer mehr als sechs Meter hohen Mauer umgeben ist.

Ein Besucher starb, zwei wurden schwer verletzt
Die Tiger-Dame Tatiana (Bild) hatte am Dienstagabend einem Zoobesucher den Hals aufgeschlitzt und ihm die Krallen in die Brust geschlagen. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch etwa 20 Besucher in dem Tierpark. Die heranrückenden Polizisten sahen, wie die Raubkatze vor dem Terrassen-Café des Zoos einen zweiten Mann angriff, aus dessen Kopf bereits Blut strömte. Das Tier wurde abgelenkt und stürzte prompt auf die Beamten zu. Diese streckten es mit mehreren Kugeln nieder. Erst dann entdeckten die Polizisten auch den dritten schwer verletzten Mann.

Die rund 140 Kilogramm schwere Tigerdame hatte bereits im vergangenen Jahr einem Wärter den Arm zerfleischt, nachdem sie während einer Fütterung mit einer Pranke durch die Gitterstäbe ihres Käfigs gelangt hatte. Das Raubtiergehege blieb daraufhin bis zum Abschluss der Untersuchungen geschlossen und wurde noch stärker als zuvor gesichert.

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