Ära zu Ende?
Fidel Castro kündigt Abschied von der Macht an
Castro würdigte in diesem Zusammenhang auch den brasilianischen Star-Architekten Oscar Niemeyer zu dessen 100. Geburtstag und zog dabei einen Vergleich zu sich selbst. Es gebe Menschen wie Niemeyer, die auch im hohen Alter noch aktiv seien. Daran wolle er sich ein Beispiel nehmen.
Die überraschende Erklärung Castros erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Weichen für die zukünftige Regierung auf der Karibikinsel gestellt werden. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Bestimmung des künftigen Kabinetts, das aus den Reihen der Nationalversammlung hervorgeht. Dieses wird am 20. Jänner nächsten Jahres gewählt. Fidel Castro wurde Anfang Dezember als Kandidat aufgestellt, was sofort Gerüchte aufkommen ließ, denen zufolge der kranke Präsident am Ende doch noch an die Staatsspitze zurückkehren könnte. Das galt unter Beobachtern und Kennern der Lage in Kuba jedoch als unwahrscheinlich.
Von Darm-Operation nie ganz erholt
Im Sommer 2006 hatte sich Castro einer Darmoperation unterzogen, von der er sich nie völlig erholt hat, und die Amtsgeschäfte an seinen wenige Jahre jüngeren Bruder Raul übertragen. Fidel ist seitdem nicht mehr direkt in der Öffentlichkeit aufgetreten. Er hat sich aber wiederholt mit Zeitungsartikeln zur Innen- und Außenpolitik geäußert und war in Fernsehbeiträgen zu sehen.
Castro war 1959 einer der Anführer der Revolution gewesen, die den von den USA unterstützten Diktator Fulgencio Batista stürzte. Er hatte nach der Machtübernahme Firmen aus den USA und von wohlhabenden Kubanern verstaatlicht und später eine Allianz mit der Sowjetunion geschlossen. Diese stationierte 1962 kurzzeitig Atomraketen auf Kuba und löste damit eine Krise mit den USA aus, die fast zu einem Atomkrieg führte. Kuba wurde der westlichste Außenposten des Kommunismus - 145 Kilometer vor Florida.
Meinungsfreiheit unter Castro stark eingeschränkt
Die Bilanz von Fidels Herrschaft ist zweischneidig. So sank die Analphabetenquote unter seiner Führung drastisch und selbst entlegene Dörfer werden kostenlos durch ein vorbildliches Gesundheitssystem versorgt. Die Meinungsfreiheit ist indes stark eingeschränkt. Wer das System infrage stellt, muss mit Repressalien rechnen. Human Rights Watch meldete für 2006 unter Berufung auf örtliche Menschenrechtsgruppen mehr als 300 politische Häftlinge.
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