Strafe erlassen
Saudi-König begnadigt Vergewaltigungsopfer
Das "Mädchen von Katif" - so wird die junge Frau nach ihrer Heimatstadt genannt - war 19, als sie im vergangenen Jahr Opfer des brutalen Verbrechens wurde. Wie sie später berichtete, hatte sie sich mit einem ehemaligen Freund aus Schulzeiten in dessen Auto getroffen, um sich ein altes Foto von sich zurückgeben zu lassen. Sie hatte vor kurzem einen anderen Mann geheiratet. Plötzlich stiegen zwei Unbekannte in das Fahrzeug und zwangen die beiden Insassen, zu einem abgelegenen Ort zu fahren, wo fünf Komplizen warteten. Dort wurden die 19-Jährige und ihr Begleiter nach Aussagen der Frau vergewaltigt.
Anwalt der Frau wurde Fall und Zulassung entzogen
Im Oktober 2006 wurde das Opfer, das der schiitischen Minderheit angehört, von einem Gericht zu 90 Peitschenschlägen verurteilt. Die Begründung: Die Frau habe sich nicht an die strikte Geschlechtertrennung in dem Königreich gehalten, in dem die streng wahabitische Auslegung des Islams Staatsreligion ist. Als ihr Anwalt, Abdul Rahman al Lahem, gegen das Urteil Berufung einlegte und den Fall öffentlich machte, wurden ihm der Fall und auch die Zulassung entzogen. Obendrein erhöhte das Gericht die Strafe für die "Ehebrecherin" auf 200 Peitschenschläge und sechs Monate Freiheitsentzug. Auch die Strafen für die sieben Täter werden angehoben - von ursprünglich zehn Monaten bis fünf Jahre Haft auf nun zwei bis neun Jahre Gefängnis.
Vereinigte Staaten begrüßen Begnadigung
Die USA haben erleichtert auf die Begnadigung reagiert. Man sei sehr erfreut über die Begnadigung durch König Abdullah. Zugleich hofften die USA, "dass dies ein Signal für die saudische Justiz ist", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey, am Montag in Washington.
Der Fall hatte weltweit Schlagzeilen gemacht und Proteste von Menschenrechtsgruppen ausgelöst. Saudische Medien berichteten am Montag, dem 19-jährigen Vergewaltigungsopfer aus der Region Katif werde die Strafe nun komplett erlassen.
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